Sandkastenspiele
Auch wenn jeder Opernfreund Cherubinis «Médée» in der Interpretation von Maria Callas kennt – man hat doch relativ selten die Gelegenheit, dem Werk auf der Bühne zu begegnen. Noch dazu in der französischen Originalfassung! Für ein kleines Theater wie in Ulm erfordert es Neugier und Mut, das auf den Spielplan zu setzen. Ungewohntes Repertoire verträgt, zumal in der Provinz, Behutsamkeit im Szenischen: Der mit dem Haus vertraute Gastregisseur Igor Folwill setzte auf einen (auch in der Choreografie) klassizistischen Darstellungsstil, der mit vorsichtigen Modernismen verfremdet wurde.
«Jason, ich fordere meine Kinder», steht wie mit Blut geschrieben auf einem transparenten Zwischenvorhang. Und diese Kinder sieht man schon beim Einlass in einem großen Sandkasten spielen, der sich im Zentrum der Bühne (Hartmut Holz) befindet und durch Flutlicht-Scheinwerfer wie eine Arena angestrahlt ist. Was sich dann drei Akte lang rund um diesen Sandkasten abspielt, liegt auch näher beim Kindertheater als bei der antiken Tragödie. Man kann sie nicht wirklich ernst nehmen, die Herren, die da furchtbare Drohungen gegen Médée ausstoßen: den alternden und albern herumtänzelnden Playboy Jason und den nur ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Ekkehard Pluta
Erik Petersen hat in Magdeburg seine Bühnenkarriere gestartet, als Jugendlicher, in der Statisterie. Nach einigen beruflichen Umwegen und anschließenden Lehrjahren beim Musical-Spezialisten Gil Mehmert ist der 27-Jährige nun als Regisseur an «sein» Theater zurückgekehrt und hat mit Gespür für Timing und Spaß am Slapstick George Gershwins «Crazy for You» inszeniert...
Händel ist heute weltweit der populärste, meistgespielte Opernkomponist vor Mozart. Das zeigt sich Jahr für Jahr auch am enormen Publikumszuspruch bei den Internationalen Händel-Festspielen in Karlsruhe, die im 38. Jahr ihres Bestehens alle Verkaufsrekorde brachen. Die badische Metropole ist damit neben Göttingen und Halle zum dritten Zentrum der deutschen...
Als Michael Spyres triumphal sein hohes E in den Saal geschleudert hatte, nur um am Ende doch mit seiner ebenfalls bewundernswert höhensicheren Belcanto-Geliebten Joyce El-Khoury unter klingender Anteilnahme von Mark Elder und dem Orchestra of the Age of Enlightenment (OAE) von hungrigen Löwen verspeist zu werden, tobte das Publikum in der Londoner Royal Festival...
