Salzburg in New Mexiko
Als der Dirigent John Crosby (der unter anderem bei Paul Hindemith in Yale studierte) Mitte der 1950er Jahre in der Wüste New Mexicos, ein paar Kilometer außerhalb von Santa Fe, eine Schweinefarm kaufte, wusste er genau, was er wollte. Der passionierte Opernfan ließ dort ein Freilufttheater mit atemberaubendem Blick auf die Jemez Mountains errichten. Das war die Geburtsstunde der Santa Fe Opera. Heute zählt das Festival-Unternehmen im Südwesten der Vereinigten Staaten zu den ersten Adressen der amerikanischen Sommer-
musikszene.
Was die Zukunft angesichts der globalen Wirtschaftskrise bringt, könne natürlich niemand sagen, bekennt der neue Künstlerische Leiter Charles MacKay offen. «Ich habe meinen Job offiziell am 1. Oktober 2008 angetreten, das war natürlich ein denkbar schlechter Zeitpunkt», witzelt MacKay mit einem trotzigen Lächeln. «Woche für Woche mussten wir mit ansehen, wie die privaten Zuwendungen, auf die wir dringend angewiesen sind, dahinschmolzen und gleichzeitig der Kartenverkauf zum Erliegen kam. Zum Glück verfügt Santa Fe Opera über einige finanzielle Reserven, so dass wir das Schlimmste verhüten konnten. Auch das Interesse an Karten zog wieder an.» Vollständig ...
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Opernwelt September/Oktober 2009
Rubrik: Festspiele, Seite 63
von Charles Downey,Übersetzung: Albrecht Thiemann
Es ist schon fast eine betriebliche Übung in den Medien unseres Landes: Je näher es auf die Bayreuther Festspiele zugeht, desto niedriger ist die Hürde, die eine Nachricht überspringen muss, um eifrig publiziert zu werden. Da wird schon einmal vermeldet, dass Katharina Wagner privat mit Holz-Pellets heizt. Aber es gab auch Wichtiges wie den ersten Warnstreik der...
Nach dem «24-Stunden-Ring» im Jahr 2005 und dem einwöchigen «Sixpack» mit der Tetra-logie plus «Tristan» und «Parsifal» 2007 gaben sich die Festspiele Erl in diesem Jahr nachgerade bescheiden: Zwei Produktionen hatte der Tiroler Festival-Chef Gustav Kuhn anberaumt, mit den «Meistersingern» und «Fidelio» allerdings ausgesprochene Schwergewichte.
Erl ist das Unikum...
Was die Frage der schnellen «Parsifal»-Tempi betrifft, liegt Gustav Kuhn sicher richtig. Wagner wollte einen durchweg flüssigen Duktus für sein Bühnenweihfestspiel. Kein Pathos, keine bis an die Grenzen der Spielbarkeit (Atem der Bläser!) getriebenes Stillstehen der Zeit. Insofern ist die Initiative aus Erl zu begrüßen: «Parsifal» auf nur drei CDs. Trotzdem fragt...
