Sängerfest
Anthony Freud, vormals Intendant der Welsh National Opera, kam 2006 nach Houston. Gerade ist sein Vertrag als Leiter der Grand Opera (HGO) bis 2015 verlängert worden. Freud ist es nicht nur gelungen, die HGO finanziell über Wasser zu halten, er bemüht sich zudem stetig darum, neue Fans, insbesondere in der großen Gruppe der hispanischen und asiatischen Einwanderer, für sein Haus zu gewinnen. Zudem hat er sich in mehreren Koproduktionen mit internationalen Kompanien engagiert.
Zu den jüngeren Erfolgen zählen hier eine «Cenerentola» mit Joyce Di Donato und Lawrence Brownlee, ein «Lohengrin» mit Simon O’Neill, Adrianne Pieczonka und Christine Goerke sowie der weit gereiste «Serse» in der Regie von Nicholas Hytner mit Susan Graham und David Daniels.
Doch wie alle Briten, die an einem Musiktheater in der Neuen Welt Verantwortung tragen, holt Freud zu viele Regisseure und Sängerdarsteller aus Londoner Talentschmieden über den Großen Teich – eine Praxis, die sich bei Inszenierungen von Britten-Opern vielleicht noch rechtfertigen lässt (Freud legt derzeit einen Britten-Zyklus auf). Doch kann man schon fragen, warum ein britischer Raimondo für eine «Lucia» herangezogen oder auf die zwar ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 41
von David Shengold
Auf den ersten Blick eine bestechende Idee: Aus den im Orient verschleppten Europäern der Mozart-Oper werden an der Vlaamse Opera Touristen, die irgendwo zwischen Algerien und Jemen Terroristen in die Hände fallen. Was daraus folgen müsste, wäre eine komödiantische Variante des clash of civilizations. Es stellt sich jedoch bald heraus: Die Orient-Klischees des 18....
Unser Stimmklang wird durch die perfekte Koordination von Atmungs-, Kehlkopf- und Artikulationsbewegungen erzeugt, Bewegungen, die zu den komplexesten gehören, zu denen der Mensch fähig ist. Und doch hat die Tonproduktion ein physiologisches Zentrum, das oft mit der gesamten Stimme gleichgesetzt wird: die Stimmbänder, die physiologisch zutreffender eigentlich...
Das Glück ist immer woanders. Und welcher Ort würde die Ruhelosigkeit, die ständige Suche, das Unbehauste, Vorläufige besser symbolisieren als ein Flughafen? Konsequent also, dass Regisseurin Elisabeth Stöppler und Rebecca Ringst (deren Stuttgarter «Rosenkavalier»-Raum gerade zum «Bühnenbild des Jahres» gewählt wurde) in Dresden die neueste Oper von Hans Werner...
