's ist leider Krieg, immer wieder
Eigentlich sollte Karl Amadeus Hartmanns «Simplicius Simplicissimus» nie von den Spielplänen verschwinden. Die auf Grimmelshausen beruhende Parabel von dem einfältigen jungen Menschen, der Kriegsleid erfährt, hellsichtig gesellschaftliches Unrecht enttarnt und einen Aufstand der Unterdrückten initiiert, spielt in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, zielte aber vor allem auf den heraufziehenden NS-Terror, den Hartmann Mitte der 1930er-Jahre in seinem zweiten Bühnenwerk aus der inneren Emigration heraus scharfsinnig attackierte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zeigte er sich hoffnungsvoll: «Trotz aller politischen Gewitterwolken glaube ich an eine bessere Zukunft», schrieb er – und komponierte für die Zweitfassung (1956) unter anderem eine große orchestrale Schlussapotheose. Ein Plädoyer für den Frieden, das nicht nur in großen Kriegsgedenkjahren aktuell ist.
Am Staatstheater Mainz steht «Simplicius Simplicissimus» als erste Opernproduktion unter dem neuen Intendanten Markus Müller besonders im Fokus. Begonnen hatte die Spielzeit mit Purcells spartenverbindender, von Jo Strømgren mit leichter Hand inszenierter «Fairy Queen», wobei das Musiktheater etwas zu kurz kam: Die Strichfassung ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Claus Ambrosius
Frau Schneiderman, 1984 wechselten Sie von Heidelberg nach Stuttgart.
Ja, im Herbst vor genau 30 Jahren. Meine erste Rolle hier war die Cenerentola.
Welche Bedeutung hat das Ensemble für Sie?
Wenn man sich für eine Stadt entschieden hat, dann ist das Ensemble enorm wichtig. Es ist eben anders als bei einem Gastspiel, bei dem es zwar temporär zu einer familiären...
Wie sind Sie Souffleuse geworden? Eine Ausbildung gibt es ja nicht.
Ich habe Theaterwissenschaft studiert und anschließend als Dramaturgin am Musiktheater gearbeitet. Doch dann kamen meine Töchter zur Welt – vor 31 und 27 Jahren –, und als ich wieder einsteigen wollte, gab es keine freie Stelle. Aber in Wuppertal wurde eine Souffleuse gesucht. Hauptsache wieder...
Meyerbeer und die Grand opéra – in der Musikwissenschaft sind das inzwischen vielbeachtete und -bearbeitete Themen. Die Initialzündung gab 1991 ein Symposium in Thurnau. Seither vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht mindestens eine Konferenz irgendwo auf der Welt speziell den Komponisten oder sein Genre in den Fokus nimmt. Zum 150. Todestag des Berliners taten das...
