Rosamunde PIlcher: «Game of Thrones»

«Frédégonde» in Dortmund

Opernwelt - Logo

Gemeinschaftskompositionen sind in der E-Musik selten – und werden meist etwas grimmig oder zumindest skeptisch, widerwillig rezipiert. So hört man die «Genesis Suite», zu der sich im Jahr 1945 Komponisten wie Schönberg, Milhaud und Strawinsky «zusammenfanden», um jeweils satzweise eine Geschichte aus dem Alten Testament zu vertonen, fast nie im Konzert. Das liegt wohl einerseits daran, dass in der Geschichte der mitteleuropäischen Kunstmusik lange – und in vielen Köpfen noch immer – das Postulat eines jeweils einzeln originell/original schaffenden Genies bestimmend war/ist.

Im Falle der «Genesis Suite» kommt die Schwierigkeit hinzu, dass Noten und Aufführungsrechte der Suite jeweils bei mehr oder weniger anderen Rechteinhabern liegen.

Der Originalitäts- und Geniewahn der europäischen Musikwelt prägte sicherlich auch die Skepsis, die man der im Dezember 1895 in Paris uraufgeführten Oper «Frédégonde» entgegenbrachte, einer «Gemeinschaftskomposition» wider Willen: Komponist Ernest Guiraud starb nach der Arbeit an den ersten drei (von später fünf) Akten. Das Libretto nach der Historienerzählung «Récits des temps mérovingiens» von Augustin Thierry (1840) hatte Verfasser Louis Gallet ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Arno Lücker

Weitere Beiträge
Tänze auf dem Vulkan

Der Theaterregisseur Vladislavs Nastavševs hat in der Oper schon debütiert. Seine Inszenierung von Bizets «Perlenfischern» auf der Kammerbühne des Bolschoi Theaters vor einem Jahr – die Handlung spielte in einem Probenraum – bestach durch ihre szenische Klarheit. Für das Diptychon aus Prokofjews «Maddalena» und Ravels «L’heure espagnole» scharte Nas­tavševs  nun...

Premieren Januar 2022

Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss (6.12.) als Präsenz­vorstellung geplanten Premieren und Festivals des Monats Januar 2022. Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/

ML = Musikalische Leitung
I =...

Eine schöne Vision

Programmatisch war die Idee nicht sonderlich kühn – «Eugen Onegin» kennt in Russland jedes Kind. Personell hingegen schon. Doch am Ende erwies sich die Entscheidung der Oper Jekaterinburg, Dmitry Volkostrelov für eine Neuinszenierung von Tschaikowskys «Lyrischen Szenen» zu verpflichten, als sehr gute Wahl. Volkostrelov ist eine außergewöhnliche Figur im Kulturleben...