Der Kontrollator
Es ist weder die Frauenkirche noch das Maximilianeum, nicht einmal das Dach des benachbarten Nationaltheaters. Wenn Vladimir Jurowski aus seinem Büro schaut , blickt er auf Balkone vor schicken Wohnungen. «Wahrscheinlich wohnt da gar keiner», sagt er schulterzuckend. Anlageobjekte also? Auch diese Aussicht wäre damit typisch münchnerisch.
Wie man sieht, muss sich der neue Generalmusikdirektor an gewisse Eigenheiten der Stadt noch gewöhnen. Was allerdings auf Gegenseitigkeit beruht.
Jurowski, der seit dieser Spielzeit mit Intendant Serge Dorny das Leitungsduo der Bayerischen Staatsoper bildet, hat die Fans in kurzer Zeit mit diversen Novitäten konfrontiert. Zum Saisonauftakt, für den man ins fränkische Ansbach reiste, gab's beim Open Air nicht die üblichen Kracher zwischen «Forza»-Ouvertüre und «Traviata»-Brindisi, sondern unter anderem Häppchen aus «Adriana Lecouvreur» sowie Benjamin Brittens Rossini-Hommage «Soirées musicales». Und beim ersten Akademiekonzert im heimischen Haus dirigierte Jurowski, gleichsam als programmatischen Kommentar zur Premiere von dessen Oper «Die Nase» (siehe OW/12), ausschließlich Schostakowitsch und erläuterte jedes der Werke höchstselbst.
Ja, der neue ...
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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Porträt, Seite 42
von Markus Thiel
Vergessen Sie für einen Moment Mozart und seinen «Idomeneo», der die deprimierende Katharsis des originalen Librettos ins Gegenteil verkehrt. Der Plot ist zwar identisch: Kretas König Idomeneo verspricht Neptun für die Errettung aus einem Seesturm, den ersten Menschen zu töten, der ihm an Land begegnet, und stößt dann fatalerweise auf den eigenen Sohn. Bei Mozart...
JUBILARE
Bo Lundborg debütierte 1957 in Bergs «Wozzeck» und sang unter anderem in London, Paris, Hamburg, München und Oslo. An der Königlichen Oper Stockholm war er in über 50 Rollen von Klingsor bis Don Alfonso zu erleben. Am 1. Januar feiert der schwedische Bariton seinen 90. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!
Franco Artioli trat 1942 mit 20 Jahren erstmals als...
Fast in Sichtweite des Hafens von Barcelona, über den eine Gondelbahn von halbem Eiffelturm-Imitat zu halbem Eiffelturm-Imitat führt, befindet sich ein schönes altes, dickwandiges Gebäude, in dem die Sociedad General de Autores y Editores (SGAE) residiert. In Zusammenarbeit von SGAE und Òpera de Butxaca i Nova Creació konnte man hier Ende Oktober Teil einer...
