Revue zwischen Suppenbüchsen

Britten: Paul Bunyan Frankfurt / Bockenheimer Depot

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Als «rätselhaftes Kindvolk, das immer übergroß sein will, während es den Rest der Welt in Grund und Boden grinst» hat Peter Sloterdijk (etwas hochmütig?) die Amerikaner apostrophiert. Das passt genau auf die Legende vom kraftmeiernden, zugleich gutmütig-verschmitzten Riesen Paul Bunyan, der mythischen Figur eines Holzfällers aus den Wäldern Minnesotas – Symbol des die Wildnis erobernden (weißen) Pioniers.

Dieser Superheld, der ohne übernatürliche Kräfte Göttliches vermag – ganz wie vermeintlich der fessellose Kapitalismus – faszinierte den Dichter Wystan Hugh Auden (später Librettist auch von Strawinsky und Henze) und den Komponisten Benjamin Britten, die das ihm gewidmete gemeinsame Werk 1941 in New York herausbrachten. «Paul Bunyan» blieb freilich im Schatten der späteren, zum Teil sehr erfolgreichen Opern Brittens: Die aktuelle Neuinszenierung im Bockenheimer Depot, der zweiten Spielstätte der Oper Frankfurt, ist nach etlichen Jahrzehnten die erste in Deutschland.

Ein scheinbares dramaturgisches Manko mochte dabei zum besonderen Reiz der Neuinterpretation geraten. Mehr noch als Weill/Brechts thematisch verwandtes «Mahagonny» entfernt sich das als «Operette» annoncierte ...

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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Hans-Klaus Jungheinrich

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