Revolutionstheater

Karlsruhe | Rihm: Eine Straße, Lucile von Einem: Dantons Tod

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Gottfried von Einems 1947 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführte Oper «Dantons Tod» war einer der großen Musiktheatererfolge der unmittelbaren Nachkriegszeit. Dabei war es weniger die politische Stoßrichtung von Büchners Revolutionsdrama über die Jakobinerdiktatur als die erhoffte Bühnenwirksamkeit, die Einem und seinen Librettisten Boris Blacher zu dem Sujet greifen ließ. Jedenfalls durfte Einem 1944 bei Kompositionsbeginn durchaus mit einer Aufführung an der Staatsoper Dresden rechnen.

Von einem Akt des bewussten politischen Widerstands gegen die NS-Herrschaft, wie seine Apologeten behaupten, kann keine Rede sein.

Begegnet man dem heute nur noch selten gespielten Werk auf der Bühne, so werden diese Widersprüche offensichtlich. Einem hat zwar Büchners Geschichtspessimismus übernommen – und dessen «Fatalismus»-Brief sogar der Partitur als Motto vorangestellt –, aber ihn zugleich entpolitisiert. In seiner Textmontage, die dem zusammengestrichenen Dramentext zwar wenig hinzufügt, aber Büchners Intentionen fast ins Gegenteil verbiegt, stehen sich der heroisch scheiternde Einzelne und das den Einflüsterungen des Demagogen Robespierre erliegende Volk gegenüber. Aus Büchners ...

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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Panorama, Seite 67
von Uwe Schweikert

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