Der Stimme folgen
Nicht einmal Verehrer wussten davon, als Julia Varady sich von der Bühne zurückzog – mit einer völlig intakten Stimme. Ende 2003 war das. Im Jahr zuvor hatte sie «Edgar» aufgenommen und konnte als Fidelia klingen wie das junge Mädchen, das sich Puccini vorgestellt hat (siehe OW 9-10/2003). Vierzig Jahre öffentlichen Singens lagen da hinter ihr. Man hört es nicht. Oder besser: Man hört es nur als Summe einer gewachsenen künstlerischen Erfahrung, die sich als Flexibilität äußert.
Am Konservatorium von Klausenburg (Rumänien) wurde sie zunächst für einen Mezzo gehalten, hatte aber auch mit der Königin der Nacht keine Schwierigkeiten. Ihre großen Mozart- und Verdi-Partien hat sie früh erarbeitet, war aber klug genug abzuwägen, wann sie welche davon auf der Bühne sang – und wie oft. «Die Stimme wählt von selbst ihren Weg. Man muss nur aufmerksam folgen», heißt ihr Credo. Dabei ist sie keine Sängerin gewesen, die sich auf der Bühne geschont hätte. Das Sich-Ausliefern an eine Rolle, eine Produktion, eine Gesamtleistung ist immer ihr Markenzeichen gewesen. Und diese Bereitschaft blieb auch bei ungewöhnlichen Produktionen bestehen. Hans Neuenfels stimmt in seinen gerade erschienenen Memoiren ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Jubilare I, Seite 81
von Stephan Mösch
ARTE
1./7./13./19.9. – 6.00 Uhr
Beethoven: Hammerklaviersonate.
Verbier Festival 2008. Jean-Frédéric Neuburger.
2./8.9. – 6.00 Uhr
Annette Dasch und die Gretchenfrage.
Konzert mit ausgewählten Arien aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz. Münchner Rundfunkorchester, Marc Piollet.
4.9. – 6.00 Uhr
19.9. – 5.00 Uhr
Die nächste Generation.
Film von Mark Kidel über Alfred...
Die entscheidenden Sätze fallen en passant. Eigentlich geht es um Pollini, um den Eklat, den der Pianist 1995 bei den Salzburger Festspielen auslöste, als er sich in einem Konzert mit einem einzigen Werk hören ließ, dem «Klavierstück X» von Stockhausen. Davor hatte er das Feld anderen Musikern überlassen, den Zuhörern im Mozarteum Monteverdi vorgesetzt und Nono,...
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