RESPEKTLOSER SPASS

Straus: Die lustigen Nibelungen LANDESBÜHNEN SACHSEN | BAD ELSTER | KÖNIG ALBERT THEATER

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Die Zahl der Wagner-Parodien und -Persiflagen ist Legion. Ob Zeitgenossen wie Johann Nepomuk Nestroy oder Nachgeborene wie Loriot – an den Schöpfungen des megaloman veranlagten Sachsen haben sich seit jeher die Spötter verschiedenster Genres abgearbeitet. Eine besondere Bewandtnis hat es mit der burlesken Operette «Die lustigen Nibelungen» auf sich.

Zu erleben ist diese nun an den Sächsischen Landesbühnen, die Premiere war am schmucken König Albert Theater in Bad Elster, einem der ältesten Mineral- und Moorheilbäder Deutschlands, wo man den überregional anreisenden Festivalund Kurgästen ein bemerkenswert diverses Unterhaltungsprogramm bietet. 

Das Werk stammt aus der Feder von Oscar Straus, der in Abgrenzung zur gleichlautenden Walzerdynastie seinen Familiennamen um ein «s» kürzte, dennoch aber als aufstrebender Jungkomponist den Ratschlag seines Namensvetters Johann Strauss (Sohn) beherzigte, sich dem «wienerischen Ton» zu verschreiben. Er tat gut daran: Unter dem auf straffe Tempi bedachten Dirigat von Karl Bernewitz legt die Elbland Philharmonie Sachsen offen, warum die Musik mit ihrer Melange aus martialisch dräuenden Märschen und süffigen Walzer-Nummern auch heute noch ...

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Opernwelt 6 2022
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Werner Kopfmüller

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