RESPEKTLOSER SPASS

Straus: Die lustigen Nibelungen LANDESBÜHNEN SACHSEN | BAD ELSTER | KÖNIG ALBERT THEATER

Opernwelt - Logo

Die Zahl der Wagner-Parodien und -Persiflagen ist Legion. Ob Zeitgenossen wie Johann Nepomuk Nestroy oder Nachgeborene wie Loriot – an den Schöpfungen des megaloman veranlagten Sachsen haben sich seit jeher die Spötter verschiedenster Genres abgearbeitet. Eine besondere Bewandtnis hat es mit der burlesken Operette «Die lustigen Nibelungen» auf sich.

Zu erleben ist diese nun an den Sächsischen Landesbühnen, die Premiere war am schmucken König Albert Theater in Bad Elster, einem der ältesten Mineral- und Moorheilbäder Deutschlands, wo man den überregional anreisenden Festivalund Kurgästen ein bemerkenswert diverses Unterhaltungsprogramm bietet. 

Das Werk stammt aus der Feder von Oscar Straus, der in Abgrenzung zur gleichlautenden Walzerdynastie seinen Familiennamen um ein «s» kürzte, dennoch aber als aufstrebender Jungkomponist den Ratschlag seines Namensvetters Johann Strauss (Sohn) beherzigte, sich dem «wienerischen Ton» zu verschreiben. Er tat gut daran: Unter dem auf straffe Tempi bedachten Dirigat von Karl Bernewitz legt die Elbland Philharmonie Sachsen offen, warum die Musik mit ihrer Melange aus martialisch dräuenden Märschen und süffigen Walzer-Nummern auch heute noch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt 6 2022
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Werner Kopfmüller

Weitere Beiträge
Personalien, Meldungen 6/22

JUBILARE

Mimi Coertse wurde am 12. Juni 1932 im südafrikanischen Durban geboren und entdeckte früh ihre Leidenschaft für das Singen. Nach einem Studium in Südafrika setzte sie ihre sängerische Ausbildung in Den Haag, in Wien (Maria Hittorff) und an der dortigen Opernklasse von Josef Witt fort. Am Schönbrunner Schlosstheater verkörperte sie im Juli 1955 als...

Himmelhöchstes Weltentrücken

Am Ende, als die Buhrufe über Calixto Bieito niedergingen wie ein Platzregen, formte der spanische Regisseur mit den Händen ein Herz in Richtung seiner Kritiker, so als wolle er sagen: Das ist doch die Oper der alle Grenzen überschreitenden Liebe: Wagners «Tristan und Isolde». Direktor Bogdan Roščić hat dem Staatsopernpublikum, das bei Neuinszenierungen generell...

(Fast) alles kommt ans Licht

Wie schwer es ist, über einen Komponisten zu schreiben, der selbst so sprachmächtig ist, dass man staunend nicht nur vor dem Werk, sondern auch vor den Worten ihres Schöpfers steht, das hat sich auch im Fall von Wolfgang Rihm wieder schmerzvoll bewahrheitet. Wie man ihm vielleicht näher kommt, ohne ihm zwanghaft nahe sein zu wollen – das wiederum beweist Lotte...