Requiem für eine Revolutionärin
Abenteuer und hochfliegende Ideale, Courage und eine tragische Liebe – das ist der Stoff, aus dem Opern gemacht werden. Und all dies findet sich in der Vita Olga Benarios. Die aus einer jüdischen Familie stammende, 1908 in München geborene Kommunistin lebte ein Leben der Extreme. Mit zwanzig organisiert sie in Berlin die Befreiung des Parteigenossen Otto Braun, ihres damaligen Liebhabers, aus dem Moabiter Gefängnis. Vierzehn Jahre später, 1942, wird sie nach dreijähriger Haft im KZ Ravensbrück in der «Heil- und Pflegeanstalt» Bernburg von NS-Schergen ermordet.
Ihr revolutionärer Elan führt Benario 1934 bis nach Lateinamerika: In Moskau lernt sie den brasilianischen KP-Aktivisten Luis Carlos Prestes kennen, verliebt sich in ihn und reist an seiner Seite kreuz und quer durch Brasilien, um für die Sache des Sozialismus zu werben. Im Jahr darauf nimmt sie am Aufstand gegen den Diktator Carlos Vargas teil, wird verhaftet und hochschwanger von der brasilianischen Justiz an die Gestapo ausgeliefert.
Der brasilianische Komponist Jorge Antunes, Jahrgang 1946, glaubte in dieser Geschichte ein Drama von epischen Dimensionen zu erkennen, eine Steilvorlage für das Musiktheater: Zehn Jahre, von ...
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Eines der beiden Porträts in diesem Heft ist Siegfried Kurz gewidmet. Siegfried – wer? Aus dem öffentlichen Bewusstsein scheint der sächsische Dirigent fast verschwunden. Wenn wir für ihn mehrere Seiten reservieren, hat das zwei Gründe. Erstens hat Siegfried Kurz zentrale Opernaufführungen im Osten Deutschlands geleitet. Er führte «Moses und Aron» in Dresden zu...
Es ist ein Kreuz mit schlechten Libretti. Sie können ganze Opern, aller musikalischen Qualitäten ungeachtet, in die Vergessenheit stoßen, und können umgekehrt – ihrer mäßigen, um nicht zu sagen schlechten literarischen und stofflichen Verarbeitung zum Trotz – manchen Meisterwerken einfach nichts anhaben. Das Textbuch zu Verdis «Trovatore» ist gewiss der letzteren...
Zu den seltsamsten Blüten des MozartJahrs gehört die in Münster uraufgeführte Oper «Fintenzauber» der beiden Luxemburger Nico Helminger und Camille Kerger. Helminger hat sich aus Mozarts Opern neun Figuren, darunter den Transvestiten Papagenoa, zusammengeklaubt und in einen Plot verwickelt, wie er einfältiger nicht erfunden werden kann. Der Medien- und Modezar...
