Reisen ans Ende der Nacht
Die Geschichte ist legendär und spielte sich 2003 im damals gerade frisch eröffneten Hangar-7 am Salzburger Flughafen ab. Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz lud zu einer spektakulären Flugshow, die Tickets waren teuer, die Promi-Gäste teils erlesen, dafür bekam man, unter anderem, sich in kürzester Zeit um die eigene Achse drehende Eurofighter zu sehen. Salzburgs Festspielintendant Peter Ruzicka nutzte die günstigen Winde und überredete Mateschitz, im Anschluss noch Karlheinz Stockhausens «Helikopter-Streichquartett» aufzuführen, quasi als Kollateralnutzen fürs Festival.
Leider zog es kurz nach dem Abheben der Maschinen viele zu Speis und Trank sowie vertieften Gesprächen; die auf Leinwände übertragenen Bilder aus dem Inneren der Fluggeräte sowie der diffuse Raumklang aus Rotoren, Glissandi, gerufenen oder gesungenen Zahlen, mutierten zur Nebensache. Das erzürnte Stockhausen, der ohnedies bereits irritiert war, weil man ihm seinen Künsten eher fernstehende Personen, etwa das Porno-Starlet Dolly Buster, vorstellte – beide (er)kannten einander nicht ...
Die Idee zum Streichquartett war eigentlich, die Musiker auf vier Planeten spielen zu lassen. Doch das erwies sich logistisch ...
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Opernwelt November 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Jörn Florian Fuchs, Jürgen Otten
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