Handfeste Unterhaltung
Die Liebesgeschichte zwischen Cäsar und Kleopatra, dem berühmtesten Paar der Antike, war ein Dauerbrenner der barocken Opernbühne. Antonio Sartorios im Karneval 1676/77 in Venedig uraufgeführtes Dramma per musica «Giulio Cesare in Egitto» war zwar nicht die erste, aber bis dahin erfolgreichste Version der spektakulären Begegnung des römischen Eroberers mit der ägyptischen Königin – nicht zuletzt dank des Librettos von Giacomo Francesco Bussani, das noch Händel 1724 als Vorlage und Steinbruch diente.
Mit Händels meisterhafter musikalischer Figuren-Psychologie, die vokale Prägnanz mit gestischem Tiefgang verbindet, kann sich Sartorios bunte, schnell wechselnde, auf kurzweilige, ja schräge Unterhaltung setzende Dramaturgie allerdings nicht messen.
Sartorio (1630–1680), der von 1666 bis 1675 auch am Hof des zum Katholizismus übergetretenen Hannoveraner Herzogs wirkte, ehe er Vizekapellmeister an San Marco wurde, war damals neben Legrenzi, Pallavi -cino und Ziani der wichtigste Vertreter des venezianischen Musiktheaters auf dem Weg vom gesungenen Schauspiel Monteverdis und Cavallis zur normierten Librettistik des Opernreformers Apostolo Zeno. Mit einer Fülle kurzer Arien – über sechzig ...
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Opernwelt November 2026
Rubrik: Medien, Seite 42
von Uwe Schweikert
Sie lassen Böses erahnen, diese olivgrün gewandeten, in schusssicheren Westen steckenden Ritter, die Landgraf Hermann am Ende des ersten Aufzugs auf der Jagd erneut mit dem lange vermissten Sänger Tannhäuser zusammenführt. Mit den Mitgliedern dieses singenden Schützenvereins ist nicht zu spaßen, was im zweiten Aufzug auf der Wartburg alsbald klar zutage tritt. In...
Verdis «Il trovatore» zählt nicht zwingend zu den leicht-lockeren dirigentischen Übungen. So verzwickt die Handlung anmutet, so vielschichtig stellt sich auch die musikalische Textur dieses mittleren jener drei düsteren Nachtstücke dar, die der italienische Komponist zwischen 1853 und 1862 schrieb; und wie in den Bühnenwerken «Simon Boccanegra» und «La forza del...
Herr Huffman, Sie haben die freie Wahl: New York, London oder Aix. Wo würden Sie am liebsten leben?
New York mag ich immer, es ist die Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Aber seit Langem fühle ich, dass ich auf dieser Seite des Atlantiks besser aufgehoben bin. Eine Rückkehr ist ausgeschlossen.
Das klingt nach einer klaren Entscheidung ...
Und das ist es auch....
