Handfeste Unterhaltung

Bunt und kurzweilig: Sartorios «Giulio Cesare in Egitto» in einer Aufnahme von den Innsbrucker Festwochen 2004

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Die Liebesgeschichte zwischen Cäsar und Kleopatra, dem berühmtesten Paar der Antike, war ein Dauerbrenner der barocken Opernbühne. Antonio Sartorios im Karneval 1676/77 in Venedig uraufgeführtes Dramma per musica «Giulio Cesare in Egitto» war zwar nicht die erste, aber bis dahin erfolgreichste Version der spektakulären Begegnung des römischen Eroberers mit der ägyptischen Königin – nicht zuletzt dank des Librettos von Giacomo Francesco Bussani, das noch Händel 1724 als Vorlage und Steinbruch diente.

Mit Händels meisterhafter musikalischer Figuren-Psychologie, die vokale Prägnanz mit gestischem Tiefgang verbindet, kann sich Sartorios bunte, schnell wechselnde, auf kurzweilige, ja schräge Unterhaltung setzende Dramaturgie allerdings nicht messen.

Sartorio (1630–1680), der von 1666 bis 1675 auch am Hof des zum Katholizismus übergetretenen Hannoveraner Herzogs wirkte, ehe er Vizekapellmeister an San Marco wurde, war damals neben Legrenzi, Pallavi -cino und Ziani der wichtigste Vertreter des venezianischen Musiktheaters auf dem Weg vom gesungenen Schauspiel Monteverdis und Cavallis zur normierten Librettistik des Opernreformers Apostolo Zeno. Mit einer Fülle kurzer Arien – über sechzig ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Medien, Seite 42
von Uwe Schweikert

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