Mitten ins Herz
Ein Attentat auf einer internationalen Schule und die Folgen für einige der direkt oder indirekt Beteiligten zehn Jahre danach – Kaija Saariahos Musiktheater «Innocence» trifft mitten ins Herz und ins Gewissen unserer krisengeschüttelten Gegenwart. Dazu die atmosphärisch dichte, gemäßigt moderne Musik: Das ist der Stoff, aus dem heutzutage Opernerfolge gemacht sind. Und in der Tat scheint sich das 2021 in Aix-en-Provence uraufgeführte Stück zu einem wahren Renner vor allem im deutschsprachigen Raum zu entwickeln.
Gelsenkirchen, Dresden, Nürnberg, New York und Braunschweig hatten die Oper bis Anfang 2026 bereits nachgespielt, Heidelberg und Leipzig haben für 2027 je eine Produktion angekündigt. Dazwischen jetzt das Theater Bremen, das mit «Innocence» die neue Spielzeit eröffnete und in der Regie von Marco Štorman eine überzeugende, gegenüber der Uraufführung variierende Inszenierungs-Lesart vorlegte.
Während in Aix die beiden Zeitebenen der Oper, jene des Attentats und die einer zehn Jahre später spielenden Hochzeitsfeier, auf der Bühne klar voneinander getrennt waren, lässt Štorman sie in einem von Bühnenbildnerin Eva Veronica Born entworfenen Einheitsraum spielen: eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2026
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Gerhart Asche
Das war es nun also mit der frohen und friedlichen Herrschaft König Rogers. Dass kein feindliches Heer, keine Machtintrigen aus dem Inneren, sondern ausgerechnet ein Hirte seine Regentschaft beendet und den König nebst Gattin sowie Volk in einen anarchischen Taumel versetzt – wer hätte es gedacht? Mit orthodoxem Pathos in Partitur wie Libretto startet die Chose....
Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Eine Woche, nachdem die AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt 44 Prozent der Wählerstimmen erhielt, hat in der Landeshauptstadt Magdeburg Mozarts Buffo-Oper schlechthin «Così fan tutte» Premiere. Alles nur halb so schlimm? Eher eine gute Botschaft: sich das Lachen bloß nicht selbst verbieten. Da kommt ein Stück wie «Così»,...
Nichts gegen Lüdenscheid. Lüdenscheid ist eine hübsche Bergstadt im nordwestlichen Teil des Sauerlandes, mit einem historischen Stadtkern, beschaulichen Kirchen und viel Natur drumherum. Es ist aber auch Synonym für eine Kunst, die aus dem Provinziellen nicht herausfindet, die sich im Grunde begnügt mit dem Wenigen, was sie zu bieten hat, und sich vielleicht sogar...
