Reisebilder

Dupont: Antar / Febel: Triptychon, Kiel

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Der Himmel von Wolken grau verhangen. Der steife Wind jagt die Regenböen über die Förde: ein – fast möchte man sagen typisches – Mai-Wochenende in Kiel. Man kann den Seeleuten nachempfinden, dass es sie bei solchem Wetter in die Ferne zog, und man ist dem Opernhaus dankbar, dass es einlädt zu einem Ausflug ins sonnige Arabien. Mit einer Trouvaille obendrein.


Der früh verstorbene französische Komponist Gabriel Dupont (1878-1914) hat mit seiner 1921 in Paris posthum aus der Taufe gehobenen und dann bis auf einige wenige Aufführungen vergessenen Großen Oper «Antar» ein orientalisches Sujet aufgegriffen, das den gleichnamigen beduinischen Hirten und Dichter aus dem 6. nachchristlichen Jahrhundert in den Mittelpunkt stellt und ihn zum Volkshelden und Glaubenskämpfer verklärt. Intrigen und eine zarte Liebesgeschichte würzen die Handlung, die mit dem gewaltsamen Tode Antars und einem Freiheitshymnus auf ein vereinigtes Arabien endet. Insgesamt eine Spätblüte der Grand Opéra, ein üppiger Klangrausch mit Schlachtenmusiken und Siegeschören, Liebesduetten und Verschwörerdramatik, pentatonisch eingefärbter Folklore und farbenreichen, zwischen Debussy-Impressionismus und der Pathetik des ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhart Asche

Vergriffen
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