Ideendrama

Pizzetti: Assassinio nella cattedrale in Mailand

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Ein Mann kehrt heim. Er ahnt, dass er getötet werden wird, und er wird getötet. So hat T. S. Eliot selbst den Inhalt seines Stücks «Murder in the Cathedral» zusammengefasst. Und hier liegt auch der Schlüssel zum Verständnis von dessen anti-dramatischer Natur. Angesichts der bösen Händel weltlicher Mächte muss der wahrhaft Gläubige (sei es die fromme griechische Antigone, sei es Christus) jederzeit mit dem Tod rechnen, ohne dass dieses Schicksal aktiv zu beeinflussen wäre. Idealer Stoff für eine Tragödie oder ein Mysterienspiel, kaum indes für eine Oper.

Eben dieser Herausforderung stellt sich Ildebrando Pizzetti 1956/57, damals bereits 77 Jahre alt, als er Eliots Stück auf Basis eines Librettos vertonte, das er aus der italienischen Übersetzung eines katholischen Geistlichen (Alberto Castelli) destilliert hatte. Knapp sieben Monate nach Fertigstellung der Partitur ging das Werk erstmals an der Scala über die Bühne.
Dass «Assassinio nella cattedrale» bald vom Spielplan des Mailänder Hauses verschwand, überrascht angesichts der spröden Faktur wenig. Nun wurde Pizzettis Eliot-Oper zum 100. Geburtstag des charismatischen Gianandrea Gavazzeni – der 1996 verstorbene Dirigent hatte die ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Carlo Vitali

Vergriffen
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