Ein Patriarch tritt ab
Er hat einen berühmten Vater. Und der wird selbst dann noch bewusst erwähnt, wenn sich der 1944 geborene Berliner Johannes Felsenstein (mit einer für ihn typischen, fulminanten «Elektra») in die Rente verabschiedet. Der Sohn Walter Felsensteins hat sich nicht nur im gleichen Metier als Intendant und als Regisseur getummelt, sondern mit seiner Arbeit stets zu Vision und Prinzipien seines Vaters bekannt, sprich: zu einem verbindlich realistischen Musiktheater. So wird in Dessau zum Beispiel immer noch alles auf Deutsch gesungen.
Während man an diesem Dogma auch am einstigen Berliner Stammhaus des Vaters, der Komischen Oper, beharrlich festhält, hat man sich dort freilich von der Vorherrschaft eines einzigen Theaterverständnisses, ja einer einzigen Regiehandschrift längst emanzipiert.
In der schützenden Abgeschiedenheit des anhaltinischen Dessau aber konnte der Regie führende Intendant Johannes Felsenstein mit 38 eigenen Inszenierungen zwei Jahrzehnte lang dem Haus seinen Stempel aufdrücken – ohne andere Handschriften neben sich wachsen zu lassen. Seine Vorliebe für die deutsche und italienische Oper ist dabei offenkundig. Mit der konkurrenzlos gebliebenen Idee, zum Schiller-Jahr 2005 ...
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