Regiedebüt: Franz Grundhebers «Wozzeck» in Trier
Wenn Sänger Regie führen – auch und gerade solche, die selbst gute Darsteller sind –, haben sie nicht zwangsläufig ein überzeugendes Regiekonzept. Aber Franz Grundheber liefert auf Dirk Immichs zeitloser, wellenförmig wogender Bühne ein fein herausgearbeitetes, detailgenaues Rollenporträt, für das ihm mit Johannes M. Kösters ein versierter Hauptdarsteller zur Verfügung steht. Diesem Wozzeck fehlt alles Servile, Geduckte. Er ist fremd in dieser Welt, steht dem Zynismus der Mächtigen wie gelähmt gegenüber. Genau so hilf- und sprachlos ist er gegenüber Marie.
Erst als diese Beziehung, für die er jedes Opfer bringt, in Frage steht, zerbricht sein Schutzpanzer, der Weg von der Lethargie in den Wahn verläuft mit tödlicher Konsequenz.
Grundheber, der in seiner Inszenierung einige Gala-Vorstellungen selbst sang (Foto), tut als Regisseur genau das, was ihn auch als Sänger auszeichnet: Er geht vom Wort aus. Nichts auf der Bühne passiert, ohne dass es ein klares Fundament im Text hat. Die Regie streift gelegentlich die Grenze zur szenischen Naivität, aber sie fördert Details zu Tage, die oft vergessen oder vernachlässigt werden. Und: Die Vermittlung des Stücks an die Zuschauer, um ...
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