Debussy: Pelléas et Mélisande

Innsbruck

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Kein Wald, keine Grotten, keine Innenräume: Schloss Allemonde ist der verfallende Innenhof einer zinnenbewehrten Burg. Durch schiefe Wände brechen ein paar kahle Baumstämme. Wie dem Stück an diesem Ort (Bühne: Helfried Lauckner) zu begegnen ist, beantwortet Brigitte Fassbaender mit Unentschiedenheit. Mal bedient sie den Symbolismus, mal verweigert sie sich ihm.
Die Damen dürfen ausgiebig zeigen, was in ihren Schränken an edlen Jugend­stil-Roben hängt (Kostüme: Michel D. Zimmermann). Zur Kennzeichnung der Figuren trägt das allerdings wenig bei.

Auch szenische Details blieben oft Dekoration: Anfangs scheuern Mägde den Boden – wie in der ersten Szene bei ­Maeterlinck, die Debussy gestrichen hat. Später huschen sie möbelrückend durchs Bild oder mutieren am Ende zu stummen Klageweibern. Zwar lässt Mélisande in der Turmszene Pelléas mit dicken, rostroten Kordeln anstelle ihrer Haare spielen. Doch anschließend schleift sie Golaud plötzlich an einem realistischen, bodenlangen Zopf über die Bühne. Wenn der kleine Yniold eine Schafherde auf dem Weg zur Schlachtbank beobachtet, blökt es laut im Surroundton durch den Zuschauerraum.
Erst nach der Pause gewinnt die Aufführung an Stringenz. Nun ...

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Opernwelt Juni 2007
Rubrik: Kurz Berichtet, Seite 50
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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