Raummusik

Schönbergs «Moses und Aron» aus Wien und Zimmermanns «Soldaten» von der RuhrTriennale auf DVD

Opernwelt - Logo

Kürzlich wurde gemeldet, Londons Royal Opera House Covent Garden habe das DVD-Label Opus Arte gekauft. Von einem einstelligen Millionenbetrag in Pfund war die Rede. Zwar kann man sich vom Festival in Glyndebourne schon seit Jahren die Produktionen auf Video oder DVD mit nach Hause nehmen. Trotzdem ist es das erste Mal, dass ein Repertoirehaus derart in die Offensive medialer Selbstvermarktung geht.

Was bei mehr und mehr großen Orchestern längst üblich ist, dass jedes Konzert auf CD oder zum Downloaden am PC verfügbar gemacht wird (und zwar oft sofort nach dem Applaus), das scheint sich in der Oper via DVD anzubahnen, auch wenn die Herstellungswege dabei naturgemäß komplizierter sind. Vorbei sein könnten also bald die Zeiten, in denen solche Dokumentationen von Lust, Laune und Geldsegen koproduzierender Fernsehchefs (oder Majorlabels) abhingen. Vorbei wären dann auch die Zeiten nicht wieder gut zu machender Unterlassungssünden: Weder Peter Konwitschnys Hamburger «Lohengrin» noch die Stuttgarter «Norma» von Jossi Wieler und Sergio Morabito, zweifellos zentrale Produktionen der letzten zehn Jahre, sind aufgenommen worden. Und vorbei wären dann schließlich auch die Zeiten künstlerisch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2007
Rubrik: DVDs, Seite 58
von Stephan Mösch

Vergriffen
Weitere Beiträge
Warten auf den Liebestraum

Auf einem Plastiksitz im Bahnhof wartet sie und schaut in die vorbeiströmende Menge. Hanjo heißt eigentlich Hanako und war Geisha. Sie wartet auf den Mann, mit dem sie vor drei Jahren einen Fächer getauscht hat. Für die junge Frau, die tief verwurzelt ist in den traditionellen Verhaltensweisen Japans, bedeutete das die Verlobung. Nun starrt sie in die Gesichter...

Reif für frische Impulse

Auf große Überraschungen muss man sicherlich nicht gefasst sein, wenn man im Frühsommer die beiden Händelfestspiele in Göttingen und Halle besucht. Alles verläuft in vertrauten, wohl­­ge­ord­neten Bahnen. Immer stehen beide Fes­tivals unter einem Thema (Göttingen: «Macht und Ohnmacht» / Halle: «Triumph von Zeit und Wahrheit»), und stets bilden die Opernaufführungen...

Nicht nach Goethe

«Dieser Faust ist Gemeingut der Menschheit» – das sagte Nikolaus Lenau (1802-1850), um sich gegen das scheinbare «Faust»-Monopol Goethes zu wenden. So verfasste Lenau 1835 seinen eigenen «Faust», zwar in Knittelversen, aber in Handlungsverlauf und Sicht auf die Faust-Figur entscheidend von Goethe abweichend. Lenaus Faust trägt nihilistische Züge, sein Weltbild...