Schaubühne mit Hintersinn
Mehr Musiktheater gibt’s auch an manch großem Opernhaus nicht. Zumindest, was das Angebot von (Ko-)Produktionen oder komplett eingekauften Abenden betrifft. Acht sind es derer an der Zahl, mit denen das Festspielhaus Baden-Baden in der Spielzeit 2007/08 aufwartet: sieben Opern (darunter dreimal Wagner und eine konzertante «Sonnambula» mit Cecilia Bartoli und Thomas Hengelbrock), eine Operette – die drei Ballett- und Tanztheaterserien nicht mit eingerechnet.
Kritiker behaupten, dass Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser mit Regisseuren wie Nikolaus Lehnhoff oder Philippe Arlaud vor allem den Inszenierungsgeschmack eines Publikums bediene, das sich inhaltlichen und ästhetischen Auseinandersetzungen verweigere. Doch auch das stimmt, wenn überhaupt, nur bedingt.
Die «Madama Butterfly» der diesjährigen Winterfestspiele etwa mit dem Ensemble des St. Petersburger Mariinsky-Theaters verblüffte nicht nur in musikalischer Hinsicht (mit einem blendend aufgelegten Orchester unter Valery Gergiev): Da hatte der polnische Film- und Theaterregisseur Mariusz Trelinski mit einer Bild- und Bewegungssprache, die das Theater eines Robert Wilson konsequent fortentwickelt, signalisiert, dass ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mehr als vierzig Opern hat Francesco Cavalli zwischen 1639 und 1673 geschrieben. Er zählte zu den meistaufgeführten Komponisten seiner Zeit. Mit dem Aufkommen der Gesangsoper und des Kultes um die Virtuosenarie verblasste Cavallis Ruhm. Seine noch am Deklamationsstil Monteverdis orientierten Bühnenwerke gerieten gründlich in Vergessenheit – für drei Jahrhunderte....
Frau Wagner, war es Ihr Wunsch, ausgerechnet mit den «Meistersingern» in Bayreuth zu debütieren?
Mein Vater hat mir die «Meistersinger» angeboten und zwar unmittelbar nach der Premiere meiner «Lohengrin»-Inszenierung in Budapest. Da war er sich sicher, dass ich mit einem Chor umgehen kann (lacht). Im Ernst: Die «Meistersinger» liegen ihm sehr am Herzen, und gerade...
Auf einem Plastiksitz im Bahnhof wartet sie und schaut in die vorbeiströmende Menge. Hanjo heißt eigentlich Hanako und war Geisha. Sie wartet auf den Mann, mit dem sie vor drei Jahren einen Fächer getauscht hat. Für die junge Frau, die tief verwurzelt ist in den traditionellen Verhaltensweisen Japans, bedeutete das die Verlobung. Nun starrt sie in die Gesichter...
