Schaubühne mit Hintersinn
Mehr Musiktheater gibt’s auch an manch großem Opernhaus nicht. Zumindest, was das Angebot von (Ko-)Produktionen oder komplett eingekauften Abenden betrifft. Acht sind es derer an der Zahl, mit denen das Festspielhaus Baden-Baden in der Spielzeit 2007/08 aufwartet: sieben Opern (darunter dreimal Wagner und eine konzertante «Sonnambula» mit Cecilia Bartoli und Thomas Hengelbrock), eine Operette – die drei Ballett- und Tanztheaterserien nicht mit eingerechnet.
Kritiker behaupten, dass Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser mit Regisseuren wie Nikolaus Lehnhoff oder Philippe Arlaud vor allem den Inszenierungsgeschmack eines Publikums bediene, das sich inhaltlichen und ästhetischen Auseinandersetzungen verweigere. Doch auch das stimmt, wenn überhaupt, nur bedingt.
Die «Madama Butterfly» der diesjährigen Winterfestspiele etwa mit dem Ensemble des St. Petersburger Mariinsky-Theaters verblüffte nicht nur in musikalischer Hinsicht (mit einem blendend aufgelegten Orchester unter Valery Gergiev): Da hatte der polnische Film- und Theaterregisseur Mariusz Trelinski mit einer Bild- und Bewegungssprache, die das Theater eines Robert Wilson konsequent fortentwickelt, signalisiert, dass ...
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