Macht, Liebe, Eifersucht
Ein täglicher Blick in die Zeitung bringt es an den Tag: Macht, Liebe und Eifersucht sind die Triebkräfte, die die Menschheit in Atem halten. Was Wunder, dass sie seit jeher auch die Künstler umtreiben, von den Epen Homers über die mittelalterlichen Ritterromane bis hin zur Fantasy-Literatur unserer Tage. Oper und Kino machen keine Ausnahme. Im Gegenteil, beide dienen der Unterhaltung und Zerstreuung – das war im Barock nicht anders als in der postmodernen Spaßgesellschaft.
In Venedig spielten im späten 17.
Jahrhundert zeitweise bis zu sieben Opernhäuser gleichzeitig und zogen während des Karnevals Gäste aus nah und fern an. Was die Menge faszinierte, war – nicht anders als heute – weniger die Musik selbst als die Stars und die Inszenierung. Die Theaterleiter sparten beim meist nur spärlich besetzten Orchester und steckten alles Geld in die pomphafte Ausstattung. Technisch aufwändige Bühneneffekte sorgten für den entsprechenden Sinnenkitzel. So sind denn im Vorspann von Nicolò Beregans Libretto zu Giovanni Legrenzis Oper «Il Giustino» die von der Bühnenmaschinerie vorgeführten Flugwerke und allegorischen Erscheinungen säuberlich aufgelistet. Davon war im Schwetzinger ...
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Glanzvoller Abschluss der Ära Pierwoß in Bremen: Mit einer orchestral hinreißenden «Tristan»-Premiere endete eine für die Hansestadt denkwürdige Musiktheater-Epoche, in der die Bremer Oper mit maßstabsetzenden Inszenierungen und bedeutenden sängerischen wie dirigentischen Leistungen immer wieder auch überregional von sich reden machte: Wir werden im Jahrbuch «Oper...
Auf große Überraschungen muss man sicherlich nicht gefasst sein, wenn man im Frühsommer die beiden Händelfestspiele in Göttingen und Halle besucht. Alles verläuft in vertrauten, wohlgeordneten Bahnen. Immer stehen beide Festivals unter einem Thema (Göttingen: «Macht und Ohnmacht» / Halle: «Triumph von Zeit und Wahrheit»), und stets bilden die Opernaufführungen...
Man sieht es und staunt. Urd, Verdandi und Skuld, beharrlich und schweigsam am Seil der Welt webend. Nanu, denkt man, gehören nicht die drei Damen in ein anderes Stück des Mythen-Meisters? So ist es, doch Arila Siegert, die beim «Fliegenden Holländer» am Landestheater Neustrelitz Regie führte (im dunklen, behutsam symbolhaften Bühnenbild von Hans Dieter Schaal),...
