Macht, Liebe, Eifersucht
Ein täglicher Blick in die Zeitung bringt es an den Tag: Macht, Liebe und Eifersucht sind die Triebkräfte, die die Menschheit in Atem halten. Was Wunder, dass sie seit jeher auch die Künstler umtreiben, von den Epen Homers über die mittelalterlichen Ritterromane bis hin zur Fantasy-Literatur unserer Tage. Oper und Kino machen keine Ausnahme. Im Gegenteil, beide dienen der Unterhaltung und Zerstreuung – das war im Barock nicht anders als in der postmodernen Spaßgesellschaft.
In Venedig spielten im späten 17.
Jahrhundert zeitweise bis zu sieben Opernhäuser gleichzeitig und zogen während des Karnevals Gäste aus nah und fern an. Was die Menge faszinierte, war – nicht anders als heute – weniger die Musik selbst als die Stars und die Inszenierung. Die Theaterleiter sparten beim meist nur spärlich besetzten Orchester und steckten alles Geld in die pomphafte Ausstattung. Technisch aufwändige Bühneneffekte sorgten für den entsprechenden Sinnenkitzel. So sind denn im Vorspann von Nicolò Beregans Libretto zu Giovanni Legrenzis Oper «Il Giustino» die von der Bühnenmaschinerie vorgeführten Flugwerke und allegorischen Erscheinungen säuberlich aufgelistet. Davon war im Schwetzinger ...
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Das Gespräch, das wir anlässlich der letzten Musiktheaterpremiere seiner Ära, Bergs «Wozzeck», führen wollten, musste er absagen. Doch schon im Interview mit Dietmar Pflegerl vor zwei Jahren wurde deutlich, dass der Klagenfurter Intendant müde geworden war, zermürbt von der ständigen Auseinandersetzung mit einer eher der schicken kommerziellen Eventszene zugetanen...
Kürzlich wurde gemeldet, Londons Royal Opera House Covent Garden habe das DVD-Label Opus Arte gekauft. Von einem einstelligen Millionenbetrag in Pfund war die Rede. Zwar kann man sich vom Festival in Glyndebourne schon seit Jahren die Produktionen auf Video oder DVD mit nach Hause nehmen. Trotzdem ist es das erste Mal, dass ein Repertoirehaus derart in die...
An Wagners abstoßendem Antisemitismus kann es keinen Zweifel geben. Bis heute wird jedoch kontrovers diskutiert, ob sich dieser Antisemitismus auch in seinem musikdramatischen Werk niederschlägt. Im Richard-Wagner-Handbuch von 1986 verficht der Literaturwissenschaftler und Wagner-Kenner Dieter Borchmeyer mit aller Leidenschaft und in erklärter Wendung gegen Theodor...
