Randglossen eines Musikers

Mit Karlheinz Stockhausen zu arbeiten ist wie Heiraten

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Stockhausen ist einer der großen Pioniere der elektronischen Musik. Seine Platten werden in England unter der Sparte Pop verkauft, und so manche berühmte Band hat sich besondere Effekte beim großen Meister abge­lauscht. Wer Pink Floyd oder The Mothers of Invention liebt, wird sich auch in den Klängen von Stockhausen zurechtfinden. Für mich war die Begegnung mit seiner Musik eine unvergessliche Erfahrung. Sie geht durch den ganzen Körper. Übertriebener Feinsinn ist fehl am Platz. Kraft, Präzision und Wagemut sind hier gefragt. Es gibt ein objektives Maß, nämlich das Tonband.

Ohne elementare musikalische Eigenschaften wie gutes Gedächtnis und Gefühl für die Zeit ist diese Aufgabe nicht zu bewältigen. Dass ich es schaffen konnte, gab mir ungeheures Selbstbewusstsein. Endlich war ich in einer Welt, in der Fachsimpelei über Ausdruck nichts zählte. Es ging um Wirkliches, Nachprüfbares. Es war wie eine Befreiung. (...)
Ich erinnere mich gut daran, wie schwer es mir fiel, unter den Ohren des Meisters etwas auf dem Klavier zu spielen, das nicht ausdrücklich komponiert war. Ich war im Improvisieren nicht gerade geübt. Aber er war geduldig. Er wünschte sich, dass wir Vorgänge auf dem Band ...

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Opernwelt Juni 2005
Rubrik: thema: stockhausen, Seite 32
von Ingo Metzmacher

Vergriffen
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