Randglossen eines Musikers
Stockhausen ist einer der großen Pioniere der elektronischen Musik. Seine Platten werden in England unter der Sparte Pop verkauft, und so manche berühmte Band hat sich besondere Effekte beim großen Meister abgelauscht. Wer Pink Floyd oder The Mothers of Invention liebt, wird sich auch in den Klängen von Stockhausen zurechtfinden. Für mich war die Begegnung mit seiner Musik eine unvergessliche Erfahrung. Sie geht durch den ganzen Körper. Übertriebener Feinsinn ist fehl am Platz. Kraft, Präzision und Wagemut sind hier gefragt. Es gibt ein objektives Maß, nämlich das Tonband.
Ohne elementare musikalische Eigenschaften wie gutes Gedächtnis und Gefühl für die Zeit ist diese Aufgabe nicht zu bewältigen. Dass ich es schaffen konnte, gab mir ungeheures Selbstbewusstsein. Endlich war ich in einer Welt, in der Fachsimpelei über Ausdruck nichts zählte. Es ging um Wirkliches, Nachprüfbares. Es war wie eine Befreiung. (...)
Ich erinnere mich gut daran, wie schwer es mir fiel, unter den Ohren des Meisters etwas auf dem Klavier zu spielen, das nicht ausdrücklich komponiert war. Ich war im Improvisieren nicht gerade geübt. Aber er war geduldig. Er wünschte sich, dass wir Vorgänge auf dem Band ...
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Er weiß offenbar genau, mit welcher Marketing-Strategie man sich heutzutage gut verkauft: ein bisschen chinesische Tradition (aber eher in Form netter, leicht konsumierbarer Chinoiserien und Kantilenen voll von kitschnahem Wohllaut), dazu eine gute Prise avantgardistisch anmutender Geräusche, von plätscherndem Wasser über raschelnde Papierbahnen bis hin zu...
Frau Lukacs, Sie waren gerade zwanzig Jahre alt, als Sie ihr Debüt an der Budapester Staatsoper gaben – als Leonora in «Il trovatore». In diesem Alter beginnen die meisten gerade erst ihr Gesangsstudium. Waren Sie ein Wunderkind?
Nein, eigentlich nicht. Ich wollte überhaupt nicht Sängerin werden. Ich dachte immer, Sänger sind keine «richtigen» Musiker. Ich habe...
Die neue Herausforderung für das Opern-Theater: Wie lassen sich neue mediale Ausdrucksmittel, Film oder Video, mit der überlieferten Werkgestalt aus Musik, Gesang, Handlung samt fixiertem Ort derselben verbinden, womöglich gar in dieselbe integrieren? An Versuchen fehlt es nicht, besonders nicht in der Moderne. Olga Neuwirth etwa experimentiert auf diesem Gebiet...
