Großer Aufwand, schmählich vertan
Die neue Herausforderung für das Opern-Theater: Wie lassen sich neue mediale Ausdrucksmittel, Film oder Video, mit der überlieferten Werkgestalt aus Musik, Gesang, Handlung samt fixiertem Ort derselben verbinden, womöglich gar in dieselbe integrieren? An Versuchen fehlt es nicht, besonders nicht in der Moderne. Olga Neuwirth etwa experimentiert auf diesem Gebiet mit unterschiedlichen Ergebnissen.
Wenn das aber bei neuen Werken schon selten überzeugende Ergebnisse zeitigt, wie könnte es da bei einer fest geformten Vorlage gelingen?
Der Pariser Premiere von Wagners «Tristan und Isolde» in der Opéra de Bastille sah man daher mit einiger Spannung entgegen. Wenn sich ein Regisseur wie Peter Sellars, ein renommierter Video-Artist wie Bill Viola und ein aufgeschlossener Dirigent wie Esa-Pekka Salonen zusammenfinden, sollte man zukunftweisende ästhetische Vorschläge zum Thema «Verschmelzung der Ausdrucksmittel in der Oper» erwarten. Das Ergebnis des Pariser Experiments, dem bereits eine konzertante Aufführung aus Musikdrama und Video-Begleitung in Los Angeles vorausgegangen war, blieb ernüchternd. So geht es offensichtlich nicht: Von oben beherrscht eine Riesenleinwand für Violas ...
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Mit ihrer neuen Produktion beweist die Deutsche Oper Berlin Kontinuität: Auf der Bühne dominieren große Namen, im Graben gibt der soundsovielte Top-Kandidat für die Thielemann-Nachfolge den Takt an, im Saal werden Bravi und Buhs unberechenbar ausgeteilt. Was David Pountney und sein Ausstatter Robert Innes Hopkins als bewährtes «Cavalleria/ Pagliacci»-Doppel...
Die wirkungsvollste und geschlossenste aller Verdi-Ouvertüren, die zur «Macht des Schicksals», beginnt mit sechs leeren Oktaven. Sechsmal der Ton «e» in Fagott, Hörnern, Trompeten und Posaunen. Sechsmal mit Akzent. Wenn dieses «e» unentschieden, orientierungslos geblasen wird, quasi als Unterbrechungsversuch des Parkett-Gemurmels, dann wird schnell ein schlechtes...
«Le Balcon», beschwor Jean Genet anlässlich der Uraufführung seines Schauspiels den Regisseur Roger Blin, solle nicht als Satire gespielt werden. Denn nicht literarische Absteige ist das Bordell der Madame Irma, sondern Großes Welttheater in Form einer «Verherrlichung der Erscheinung und der Spiegelung» (Genet).
Exakt dies hatte Péter Eötvös bei seiner Umformung...
