Prinzip Hoffnung
War das jetzt schon (zumindest eine «neue») Normalität? Vor einer spärlich erschienenen Journalistenschar, auf Abstand gesetzt und mit Maske, verkündete das Direktorium der Salzburger Festspiele am 10. Dezember 2020 in der weiträumigen Felsenreitschule coram publico und nicht per Videoschaltung die Vorhaben für den kommenden Sommer.
Man plant 168 Aufführungen in 46 Tagen an 17 Spielstätten sowie 62 Vorstellungen im Jugendprogramm, das schon im Mai beginnen soll: sieben Produktionen an 30 Spielorten, zudem fünf partizipative Projekte mit fast 1000 Kindern und Jugendlichen aus 54 Schulklassen, davon 42 außerhalb der Stadt Salzburg.
Und Corona? Unverdrossen positiv gibt sich Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler in ihrem (vermutlich wirklich) letzten Amtsjahr. Es stimme nicht, dass die Hoffnung zuletzt stürbe. Die Hoffnung, zitiert sie den Wiener Kardinal Christoph Schönborn, stirbt nie. In der Tat waren die Salzburger Festspiele in ihrem so unvermittelt gekappten Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen vorbildhaft und beispielgebend Wellenbrecher für die Kulturszene. Im August hatte man, freilich bei deutlich geringeren Infektionszahlen als nun im Spätherbst, fast 80 000 ...
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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 58
von Karl Harb
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