Pionierarbeit

Pionierarbeit: Ulrich Schreibers letzter Band zur «Geschichte des Musiktheaters»

Opernwelt - Logo

Dass einer über Musik schreibt und doch das Ganze der Gesellschaft im Auge behält, ja, dass es ihm darum zu tun ist, auch in der Musik die Gesellschaft, ihre Strukturen und Probleme zu identifizieren und die abstrakteste der Künste dadurch an die Konkretheit des Lebens zurückzubinden, das eine im anderen zu finden, ohne es auf dieses zu reduzieren – diese Fähigkeit des Überblicks, die den souveränen Umgang mit dem Gegenstand des eigenen Inte-resses voraussetzt, ist in unseren Zeiten selten geworden.

Es bedarf eines ebenso überlegenen wie widerständigen Charakters, um gegen den allgemeinen Trend die eigenen Arbeiten nicht als bloße Anachronismen erscheinen zu lassen, die gegen den Zeitgeist nicht mehr ankommen, sondern in ­ihnen und mit ihnen noch einmal vorzuführen, wozu ein Wissen gut ist, das nicht in fachlicher Partikularität aufgeht.
Ulrich Schreiber war von solchem Zuschnitt, er war eine überragende und imponierende Figur der deutschen Musikpublizistik. Er verfügte über ungemein breite und genaue Kenntnisse nicht nur in der Musik, der Literatur und dem Theater, sondern auch in Geschichte, Gesellschaft und Politik. Begabt mit einem scharfen analytischen Verstand, in seinen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2007
Rubrik: Bilanz, Seite 118
von Udo Bermbach

Vergriffen
Weitere Beiträge
Eine Reise

Herr Frey, im vergangenen Jahr, als Sie zum ­neuen Bremer Generalintendanten bestellt wurden, rauschte es im Blätterwald der Feuilletons: Angeblich wollten Sie die Bremer Oper zu einem Stagione-Theater umfunktionieren. Jetzt, wo Ihr Spielplan für die erste Saison vorliegt, liest sich ­alles doch etwas anders: Bremen behält ein relativ großes Hausensemble; viele...

Die Kunst kommt am Abend

Das passiert einfach
Matthias Spenke

Ich bin eher ein sesshafter Typ, ich wollte nicht als Solist von Stadt zu Stadt reisen. Also habe ich direkt nach dem Studium an der Komischen Oper vorgesungen, und es hat sofort geklappt. Ich hatte mir schon vorher einige Inszenierungen an der Komischen Oper angesehen und wusste, dass mir das Spaß machen würde. Hier herrscht eine...

Geduld und Leidenschaft

Eine Ära ist zu Ende gegangen. Nach dreizehn Jahren hat Klaus Pierwoß, dienstältester Bremer Nachkriegsintendant, in diesem Sommer seine von vielen Erfolgen und überregionaler Anerkennung begleitete Tätigkeit in der Hansestadt abgeschlossen. Eine Zeit, die für den Amtsinhaber nicht ohne Anfeindungen verlaufen ist, vor allem seitens der offiziellen Bremer...