­Picasso und die Bühne

So wie der Name Strawinskys ist auch der von Picasso eng mit den Ballets Russes verknüpft. Für Diaghilews Trup­pe entwarf der Maler eine Reihe von Ausstattungen: Sie begann mit «Para­de» im Jahr 1917, und bereits dort war Picasso mehr als ausführendes Organ oder schlichter Bilder­finder. Stets vertrat er die Logik seiner Bilder auch dramaturgisch gegenüber der Bühne, forderte und klärte dabei gleichermaßen.
Theater hat Picasso in vielfältigerer Form beschäftigt. Harlekin und Pierrot luden zur Identifikation ein.

Mit Erik Satie hat er zweimal zusammengearbeitet (wobei der Kom­ponist behauptete, er sei mehr Picasso gefolgt als umgekehrt). Die Auseinan­der­­set­zung mit dem Phänomen der Maske regte ihn lebenslang an, nicht zuletzt als Teil einer Auffächerung des eigenen Ich. 1925, im Todesjahr Saties, zog sich Picasso allerdings von der Welt des Tanzes zurück.
Eine opulente Dokumentation im Verlag Hatje Cantz zeigt über achtzig Werke, die Picasso im ersten Viertel des 20. Jahr­hun­derts im Bann des Theaters geschaffen hat. Konzipiert aus Anlass einer Ausstellung in der Schirn Kunst­halle Frankfurt, weist der Band mit Essays von Olivier Berg­gruen, Esther Schlicht, Alexander Schouvaloff ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2007
Rubrik: Magazin, Seite 29
von Stephan Mösch

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der doppelte König

Wo Igor Strawinsky war, da war der Tanz nicht weit, auch die szenische Transformation der Oper nicht – und schon gar, wenn Impresario Sergei Diaghilew die Hände im Spiel hatte. «Le Rossignol» schlüpfte schon bei der Pariser Uraufführung 1914 ins Ballettröckchen, dieweil die Sänger lediglich zu singen hatten. «Oedipus Rex» widerfuhr bereits bei der szenischen...

Ein Touch Robert Wilson

Abgesprochen hatten sich die Opernhäuser zwischen Hannover, Frankfurt, Erfurt, Amsterdam und Kiel nicht, innerhalb weniger Wochen Wagners «Tannhäuser» auf die Bühne zu bringen. Doch es gibt einen Anlass, der beflügelnd gewirkt haben könnte. Der achthundertste Geburtstag der Heiligen Elisabeth, die im Jahre 1211 an den thüringischen Hof kam, dort mit Landgraf Ludwig...

Magisches Märchenmysterium

Seit der Wiener Uraufführung 1919 ist «Die Frau ohne Schatten» ein Schmerzenskind des Musiktheaters. Von seinen beiden Autoren maßlos selbstvermessen als «gemeinsames Hauptwerk» geplant, musste das Stück fast zwangsläufig an seiner eigenen Hypertrophie, dem ­literarisch überfrachteten Libretto von Hofmannsthal und der sinfonisch-illustrativen Musik von Strauss,...