Orient und Okzident
Neu ist die Idee nicht, im Rahmen eines Albums den musikalischen Wechselbeziehungen zwischen Orient und Okzident nachzugehen. Das Barockorchester Concerto Köln und das auf musikalische Grenzgänge spezialisierte Ensemble Sarband um Vladimir Ivanoff etwa brachten 2003 eine viel beachtete CD mit dem Titel «Dream of the Orient» heraus, die diesem Konzept verpflichtet war. Die Zusammenführung unterschiedlicher musikalischer Welten haben das Pera Ensemble, dessen Name von einem für seinen multinationalen Charakter bekannten Stadtteil Istanbuls abgeleitet ist, und sein Leiter Mehmet C.
Yesilçay bereits mit ihrem bei der Deutschen Harmonia Mundi erschienenen «Händel alla turca»-Projekt «Amor oriental» erkundet. Das neue Album «Baroque oriental» macht aber auch offenkundige Anleihen bei Christina Pluhars L’Arpeggiata-Aufnahmen mit Musik Claudio Monteverdis. Gleich das erste Stück, «Si dolce è’l tormento», erscheint wie eine Hommage an Philippe Jarousskys traumhafte Interpretation auf der CD «Teatro d’amore». Der Sänger des Pera Ensemble muss sich nicht hinter seinem (im Moment noch) berühmteren Kollegen verstecken. Valer Barna-Sabadus, ein gebürtiger Rumäne, der seit zwanzig Jahren in ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 30
von Thomas Seedorf
Die Wände sind beschmiert mit Kunst, eine freizügige Gesellschaft schart sich um die Wirtin Nastassja: Anarchisten, Literaten, Lebenskünstler, Kiffer, zwei Nackte und ein Eisbär. In einem melancholischen Lied besingt Nastassja Mütterchen Wolga und das weite Land, das ihr (und den russischen Zeitgenossen von 1887) eine Freiheit symbolisiert, die unter dem...
Die größte Ehre kommt noch. Wie am Rande der Verleihung des Birgit-Nilsson-Preises in Stockholm bekannt wurde, wird die schwedische Sopranistin auf dem neuen 500-Kronen-Geldschein ihres Heimatlandes verewigt, demnächst. Damit dürfte sie die Sängerin mit der größten Häufigkeit im Portemonnaie ihrer Landsleute sein. Sie hätte gelacht darüber. Und Grund gehabt.
Denn...
Gläserne Strahlkraft. Dramatische Fallhöhe und eine luxurierend ummäntelte Erotik. Die stimmliche Ausstattung von Véronique Gens, wenn man sie live hört, ist etwas Besonderes. Sie lässt sich kaum besser umschreiben als mit dem Ausdruck «grandeur». «Würde», «Herrlichkeit», «Grandezza» – das alles schwingt mit. Nicht sehr moderne Eigenschaften, scheint es. Véronique...
