Ein Schiff wird kommen
Sie stehen zwar nicht ganz im Dunkeln, aber doch im Schatten: die späten Musiktheaterstücke von Kurt Weill. Der amerikanische Weill wird noch immer gern mit deutscher Herablassung abgekanzelt: ein Kunstschaffender, der am Broadway fremdgeht. Als habe Weill seine Heimat frei- und mutwilig verlassen.
Wenn die Niedersächsische Staatsoper jetzt seine «Lady in the Dark» wieder ins Scheinwerferlicht holt, dann ist das mehr als nur eine späte Rehabilitierung, nämlich ein Glücksfall.
Die letzte Aufführung dieses Werks liegt fast drei Jahrzehnte zurück, selbst das Weill-Fest in Dessau hat die «Lady» nur als Stückwerk in einem Bühnenkonzert zitiert. Damit aber wird man diesem Musical, das eigentlich ein Schauspiel mit Musik ist, nicht gerecht. Immerhin ist der (von Roman Hinze dezent aktualisierte) Text länger als die Musik, auf die man obendrein rund zehn Minuten lang warten muss. Und eine Ouvertüre gibt es erst nach der Pause.
Es wird viel geredet, denn wir sind hier Bobachter einer Psychotherapie. Liza Elliott, Herausgeberin eines Modemagazins, kann sich nicht entscheiden: weder bei der Titelstory für das nächste Heft noch beim Mann fürs Leben. Also legt sie sich auf die Couch. Vor 70 ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Rainer Wagner
52. Jahrgang Nr. 12
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752235
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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www.kultiversum.de/Opernwelt
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 10.11.2011
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
Wie im richtigen Leben, so gibt es auch im Opernleben, gottlob, nicht nur böse Überraschungen. So hätte ich nie erwartet, dass ausgerechnet dem Opernberserker Calixto Bieito, den Uwe Schweikert in seinem Essay für das aktuelle «Opernwelt»-Jahrbuch mit gutem Grund ins Visier genommen hat, die dichteste und spannungsreichste Inszenierung der «Carmen» gelingen würde,...
Man muss noch mal daran erinnern: Als Uwe-Eric Laufenberg ins Intendantenzimmer der Oper Köln einzog, übernahm er ein heruntergewirtschaftetes, baufälliges, künstlerisch profilloses Haus. Dass er in kürzester Zeit und unter den Bedingungen zweier Umbauspielzeiten nicht nur das Kölner Publikum zurückgewonnen, sondern auch den überregionalen Ruf des Hauses...
