Leben auf der Baustelle
Die erste Episode der großen Gala zur Wiedereröffnung des sanierten Bolschoi Theaters ließ Regisseur Dmitri Tcherniakov im Hier und Heute spielen. Kein Ton aus dem Orchester, kein Mucks aus den Kehlen der Sängerprominenz, stattdessen der Lärm von Baumaschinen und das Getrappel von rund hundert «Bauarbeitern». Erst als die plötzlich den Slawsja-Chor aus Glinkas «Ein Leben für den Zaren» anstimmten, begann der musikalische Teil der inszenierten Tour durch die Geschichte des Hauses.
Während Natalie Dessay und Angela Gheorghiu die Rolle der Primadonnen übernehmen durften, kamen die Solisten aus dem Bolschoi nur in Ensembles zum Zuge.
Das ist verwunderlich, zumal das sängerische Niveau nicht nur auf Moskaus Vorzeigebühne für bemerkenswerte Erlebnisse sorgt. So etwa an der Novaja Opera, die eine vokal mehr als achtbare «Cenerentola» präsentierte. Drei Partien waren mit Spitzenkräften besetzt, die in Sachen Virtuosität keinen Wunsch offen ließen: der wunderbar zarte tenore di grazia Alexej Tatarinzew als Ramiro, der als Koloraturen sprühender Scherzbold brillierende Ilja Kusmin in der Rolle des Dandini und Viktoria Jarowaja, die unter Aufsicht Alberto Zeddas an der Perfektionierung ihrer ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Alexej Parin
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