Optimismus gegen die Krise
Das größte Problem blieb draußen vor der Tür: Allen Hoffnungen, dass der Umgang mit den Folgen der globalen Finanzkrise irgendwie auf der Tagesordnung des diesjährigen European Opera Forum stehen könnte, erteilte Cheforganisator Nicholas Payne schon bei der Eröffnungsveranstaltung eine Absage. Die Auswirkungen des Börsen-Crashs auf das Musiktheater würden sicherlich beim nächsten Treffen im Herbst 2010 Thema sein, vertröstete der ehemalige Chef der English National Opera die Teilnehmer im Tagungsraum von Barcelonas Liceu.
Vorerst hielten sich Europas Opernmanager beim Thema Krise bedeckt: Entweder signalisierten sie bei den Podiumsdiskussionen, auf denen ein Wochenende lang die Zukunft der Kunstform eruiert werden sollte, vorsichtigen Optimismus, oder sie mieden das Thema gleich ganz. Selbst von Gerard Mortier, der erst vor Kurzem bei der Diskussion über die Zukunft der Berliner Opernhäuser kräftig auf die Pauke gehauen hatte, waren diesmal nur Flötentöne zu hören: über die Oper an sich, als Fest, Traum und Erlebnis. In Hörweite der spanischen Presse wollte auch der neue Intendant des Madrider Teatro Real offenbar nirgends anecken. Stattdessen präsentierte er als Höhepunkt seines ...
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