Optimismus gegen die Krise
Das größte Problem blieb draußen vor der Tür: Allen Hoffnungen, dass der Umgang mit den Folgen der globalen Finanzkrise irgendwie auf der Tagesordnung des diesjährigen European Opera Forum stehen könnte, erteilte Cheforganisator Nicholas Payne schon bei der Eröffnungsveranstaltung eine Absage. Die Auswirkungen des Börsen-Crashs auf das Musiktheater würden sicherlich beim nächsten Treffen im Herbst 2010 Thema sein, vertröstete der ehemalige Chef der English National Opera die Teilnehmer im Tagungsraum von Barcelonas Liceu.
Vorerst hielten sich Europas Opernmanager beim Thema Krise bedeckt: Entweder signalisierten sie bei den Podiumsdiskussionen, auf denen ein Wochenende lang die Zukunft der Kunstform eruiert werden sollte, vorsichtigen Optimismus, oder sie mieden das Thema gleich ganz. Selbst von Gerard Mortier, der erst vor Kurzem bei der Diskussion über die Zukunft der Berliner Opernhäuser kräftig auf die Pauke gehauen hatte, waren diesmal nur Flötentöne zu hören: über die Oper an sich, als Fest, Traum und Erlebnis. In Hörweite der spanischen Presse wollte auch der neue Intendant des Madrider Teatro Real offenbar nirgends anecken. Stattdessen präsentierte er als Höhepunkt seines ...
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Richard Gill, Dirigent der neuen Oper «Rembrandt’s Wife» von Andrew Ford, gab vor der Uraufführung zu Protokoll, er finde es sehr «erfrischend, dass dieses Werk eines australischen Komponisten kein australisches Sujet behandelt». Das war durchaus schmeichelhaft gemeint. Denn wirklich liegen den meisten in Australien entstandenen Opern Themen zugrunde, die in Europa...
Die Kasseler Erstaufführung von Francis Poulencs aus seiner Zeit, aus dem Œuvre seines Schöpfers und über weite Strecken aus dem Genre Oper überhaupt fallendem Musiktheater wurde zum Überraschungserfolg. Was Reinhild Hoffmann aus den «Dialogen der Karmeliterinnen» machte, war der Gegenpol zu einer Inszenierung, die das Stück als neukatholisches Mysteriendrama...
«Das Leben ist kein Wartesaal», seufzt der schöne Bariton, der im richtigen Leben Sebastian Geyer heißt und an diesem Abend wechselweise Monsieur Juste und Arthur de St. Barbe darstellt. Recht hat er, denn ihm hat das Warten rein gar nichts genützt. Zwar ist ihm auf der Jagd glatt eine Fee in die Falle gegangen, die ihm drei Wünsche erfüllen wollte, wenn er sie nur...
