«Oper ist immer politisch»

Als Knabe hat er im Kinderchor der Met gesungen. Und nach einem Studium der Geisteswissenschaften Theater in schlichten Peter-Brook-Räumen gemacht. Mit dieser Ästhetik bereichert Ted Huffman seit Langem auch die Opernszene. Zum Dank hat man ihm die Nachfolge von Pierre Audi als Intendant des Festival d’Aix-en-Provence übertragen. Ein Gespräch über neue Konzepte, alte Fehler, verwegene Regie-Konzepte und das Genie William Shakespeares

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Herr Huffman, Sie haben die freie Wahl: New York, London oder Aix. Wo würden Sie am liebsten leben?
New York mag ich immer, es ist die Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Aber seit Langem fühle ich, dass ich auf dieser Seite des Atlantiks besser aufgehoben bin. Eine Rückkehr ist ausgeschlossen.

Das klingt nach einer klaren Entscheidung ...
Und das ist es auch. Andererseits – wer weiß schon, wohin das Leben mich noch führt. Dinge ändern sich, Beziehungen ...

Aber für den Moment kann ich sagen, dass ich meinen Job in Aix-en-Provence liebe, wobei die Arbeit aus strukturellen Gründen vor allem in Paris stattfindet; der Großteil meines Teams lebt dort. Natürlich versuche ich so häufig wie möglich hier zu sein, auch weil ich merke, dass die Beziehung zwischen der Stadt und dem Festival eine sehr enge ist. Die Verantwortlichen unterstützen uns, wo und wie es geht; ohne ihre Hilfe wäre es gar nicht möglich, das Festival am Leben zu erhalten.
 

Man kann das förmlich riechen, wenn man durch Aix geht. Das ist der Unterschied zu Salzburg. Salzburg ist ein Museum ...
Ich war bislang nicht dort. Und meine Aufmerksamkeit gilt ohnehin Aix. Wir wollen das Festival noch mehr in die Lebensrealität ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Interview, Seite 50
von Jürgen Otten

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