Oper für alle
Erinnern wir uns. Vor Jahren war es, da kreierte ein japanischer Autokonzern einen Werbe-Slogan, der, kaum war er in der Welt, allerorten reichlich zitiert wurde, weil er sich im Grunde auf fast jeden Lebensbereich anwenden ließ: Nichts ist unmöglich. Die Moderne nach der Postmoderne hat diese «Erkenntnis» längst verinnerlicht – allerdings mehr in technischer als in ästhetischer Hinsicht, wie es scheint. Und auch die Sphäre der Oper ist von dieser Beschleunigung der Vorgänge, die zusammengeht mit der Verbreitung von Ereignissen, nicht unangetastet geblieben.
Vorreiter der Entwicklung ist nicht erst seit gestern die New Yorker Metropolitan Opera, die sich unter General Manager Peter Gelb intensiv darum bemüht, ihre Produktionen global zugänglich zu machen.
Und so erstaunt es wenig, dass auch die neueste Meldung aus Manhattan kommt: Seit Ende Oktober offeriert die Met einen neuen Subskriptionsservice, der ein weltweites Publikum erreichen soll. Einhundertzwanzig historische Aufnahmen sowie fünfzig Opernproduktionen des Musentempels sind – für einen monatlichen Obolus von fünfzehn Dollar – als Videoaufnahmen verfügbar, sämtlich im sogenannten HD-Format. HD, hierzulande ...
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Zweimal Fabrice Bollon. Der neue Freiburger GMD – nach zwei Interims-Spielzeiten mit Patrik Ringborg und Gerhard Markson – erschien bei seinem Amtsantritt gleich doppelt. Als Dirigent von Carl Maria von Webers «Freischütz» entpuppt er sich weniger als brütender Romantiker denn als Klassizist eines betont offenen, kammermusikalisch ertüftelten und im Instrumentarium...
Die Schreibmaschine ist schön. Weil sie Erinnerungen weckt an eine Zeit, in der Wörter noch gleichsam eingemeißelt wurden. Altes Modell, vielleicht eine Olympia aus den sechziger Jahren. Vor ihr Anna Samuil, in grauer Leinenhose und lindgrüner Bluse, im Schneidersitz, auf dem Boden hin- und herwogend wie ihre Seele. Soll ich? Soll ich nicht? Ja, sie soll. Und man...
Musikalisch, stilistisch und dramatisch hat Puccini in «Il trittico» drei verschiedene, in sich schlüssige Welten entworfen. Jeder dieser Einakter könnte auch ohne die beiden anderen bestehen. Ein Haus, das alle Stücke an einem Abend zeigt, lässt sich so auf eine künstlerische Herausforderung ein, die der einer «Ring»-Inszenierung kaum nachsteht. In Los Angeles...
