Blut und Tosen
Ästhetisch stark geprägte Jahre» habe es zuletzt an der Bayerischen Staatsoper gegeben – in der Ära Sir Peter Jonas –, aber vieles habe hier doch nicht stattgefunden. So sprach der neue Opernmann in München, Staatsintendant Nikolaus Bachler (in einem Interview der Süddeutschen Zeitung). Er scheint sich und seine Musiktheaterarbeit neu definiert zu haben, will in München andere Wege als die hier bisher gewohnten gehen. Und so hält er es vor allem für zukunftweisend, der Oper «neue Leute» zu geben: Dirigenten und Regisseure.
Zum Beispiel den Dirigenten Nicolas Luisotti und den Regisseur Martin Kusej, die zu Bachlers Einstand im Münchner Nationaltheater Giuseppe Verdis «Macbeth» in einer spektakulären, bei der Premiere umstrittenen Darstellung auf die Bühne brachten. Das Hauptanliegen von Nikolaus Bachler, 1951 in der Steiermark geboren, langjähriger Wiener Volksopern- und dann Burgtheaterdirektor, scheint um das Thema zu kreisen: Oper als Kunstwerk eines emphatischen Theaters.
Dass sich an der Bayerischen Staatsoper schon in Bachlers erster Spielzeit organisatorisch Neues und ästhetisch Spannendes, Kontroverses ereignen wird, dafür hat der neue Intendant aus Wien, der als ...
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Am 28. August ging auf dem Grünen Hügel zu Bayreuth eine Ära zu Ende: An diesem Tag wurde Wolfgang Wagner offiziell als Leiter der Festspiele verabschiedet. Achtundfünfzig Spielzeiten hatte der inzwischen 89-Jährige maßgeblich geprägt. Seit dem Tod seines Bruders Wieland 1966 beherrschte er zweiundvierzig Jahre allein das Geschehen im Festspielhaus. Insgesamt 1706...
Mrs. DiDonato, dürfen wir Ihnen ein Kompliment machen?
Gern. Welches denn?
Sie haben ein großes und für den Opernbetrieb nachgerade erstaunliches Talent als Schauspielerin. Haben Sie heimlich geübt?
Nein. Auch wenn Sie es nicht glauben. Spielen war für mich immer natürlicher als Singen, schon an der Highschool. Ich dachte nie darüber nach, was ich wie tun musste. Ich...
Luigi Dallapiccolas Kurzoper «Il prigioniero» («Der Gefangene»), 1944 unter dem Eindruck des italienischen Faschismus begonnen und 1949 (unter der Leitung Hermann Scherchens) in Turin uraufgeführt, ist neuerdings wieder häufig auf den Spielplänen zu finden. Zuletzt stand das von melismatisch-expressiver Italianità durchsetzte Zwölftonopus in Paris zur Diskussion...
