Blut und Tosen
Ästhetisch stark geprägte Jahre» habe es zuletzt an der Bayerischen Staatsoper gegeben – in der Ära Sir Peter Jonas –, aber vieles habe hier doch nicht stattgefunden. So sprach der neue Opernmann in München, Staatsintendant Nikolaus Bachler (in einem Interview der Süddeutschen Zeitung). Er scheint sich und seine Musiktheaterarbeit neu definiert zu haben, will in München andere Wege als die hier bisher gewohnten gehen. Und so hält er es vor allem für zukunftweisend, der Oper «neue Leute» zu geben: Dirigenten und Regisseure.
Zum Beispiel den Dirigenten Nicolas Luisotti und den Regisseur Martin Kusej, die zu Bachlers Einstand im Münchner Nationaltheater Giuseppe Verdis «Macbeth» in einer spektakulären, bei der Premiere umstrittenen Darstellung auf die Bühne brachten. Das Hauptanliegen von Nikolaus Bachler, 1951 in der Steiermark geboren, langjähriger Wiener Volksopern- und dann Burgtheaterdirektor, scheint um das Thema zu kreisen: Oper als Kunstwerk eines emphatischen Theaters.
Dass sich an der Bayerischen Staatsoper schon in Bachlers erster Spielzeit organisatorisch Neues und ästhetisch Spannendes, Kontroverses ereignen wird, dafür hat der neue Intendant aus Wien, der als ...
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Vor fünf Jahren bescherte Kent Nagano Berlin an der Lindenoper eine neue «Turandot», die nicht nur aufhorchen ließ, weil das damals noch druckfrische Finale Luciano Berios auf den Notenpulten lag, sondern auch wegen ihres gehärteten, gleichsam trockeneisgekühlten Klangbildes (siehe OW 11/2003). Puccini, der Meister des molto cantabile hatte ausgedient, hier galt...
Die Schreibmaschine ist schön. Weil sie Erinnerungen weckt an eine Zeit, in der Wörter noch gleichsam eingemeißelt wurden. Altes Modell, vielleicht eine Olympia aus den sechziger Jahren. Vor ihr Anna Samuil, in grauer Leinenhose und lindgrüner Bluse, im Schneidersitz, auf dem Boden hin- und herwogend wie ihre Seele. Soll ich? Soll ich nicht? Ja, sie soll. Und man...
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