Ohne Allüren
Die beiden Kindersitze lägen jetzt vor seiner Bürotür – kleine Information der Dame vom Orchesterbüro der Bamberger Symphoniker. Bevor er losfährt zum Gastspiel nach Stuttgart, muss Jakub Hrůša die noch einbauen ins Auto. Seine Ehefrau und der Nachwuchs fliegen derweil aus London ein. Es gibt also einiges zu organisieren.
Kein geringes Kunststück, wenn sich die Karriere zwischen so vielen Orten spreizt: Wohnsitz in der britischen Hauptstadt, Chefposition in Bamberg, Erster Gastdirigent des Londoner Philharmonia Orchestra, der Tschechischen Philharmonie sowie der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom – das duftet nach Jetset. Doch wenn es etwas gibt, was man mit Hrůša nicht in Verbindung bringt, dann sind das zwei Dinge: Glamour und Diva-Gehabe.
Ohnehin kanalisiert sich gerade einiges im Terminkalender. «Ich fühle mich nicht überlastet wie ein Workaholic», sagt der 40-Jährige. «Ich kehre ja als Gastdirigent immer wieder zu denselben Orchestern zurück. Früher, als ich ständig debütierte, war das anders, da fühlte ich mich manchmal tatsächlich zu wenig konzentriert.» Zu «denselben Orchestern» gehören mittlerweile auch die Berliner und Wiener Philharmoniker. Von einem «kommenden ...
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Opernwelt April 2022
Rubrik: Porträt, Seite 40
von Markus Thiel
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