Schöne Schwäne
Thierry Tidrows Oper «Der Häßliche» nach dem gleichnamigen Theaterstück von Marius von Mayenburg (und auf ein Libretto von Manfred Weiß) trifft den Nerv der Zeit: In den Kinos lief parallel zur Dortmunder Uraufführung Karoline Herfurths Film «Wunderschön». Auch die Inszenierung von Zuzana Masaryk setzt sich – ernst, absurd, kurzweilig – mit Schönheitsidealen und Optimierungswahn auseinander. Emine Güners Bühne im kleinen Untergeschoss ist von beredter Schlichtheit: In der Mitte ein schwarz-weißer, drehbarer Designertisch.
Davor sitzt zu Beginn, während die ausgedünnten Dortmunder Philharmoniker einen dissonanten Klangteppich weben, Lette, schockiert. Eigentlich wollte er selbst seine Erfindung bei einem Kongress vorstellen, aber sein Chef hat entschieden, die Präsentation dem Assistenten Karlmann zu überlassen. Lette versteht nicht, wie ihm geschieht. Als er nicht lockerlässt, verrät ihm seine Frau den Grund: Er ist unfassbar hässlich. Deshalb blickt sie ihm auch nie ins Gesicht.
Zusammen gehen sie zum Schönheitschirurgen Dr. Scheffler, der ebenfalls entsetzt ist. Lette sei so hässlich, dass eine Operation nichts von seinem Gesicht übriglassen könne. Der Patient willigt dennoch ...
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Opernwelt April 2022
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Sophie Emilie Beha
Am Anfang waren da nur die Töne. Töne wie Tropfen, die sich zusehends verdichteten, zu stahlummantelten, mikrotonalen Trauben. Aber schon bald kamen die Bilder hinzu, in denen sich Georg, trauriger Antiheld in Arnulf Hermanns hermetisch-verrätseltem Musiktheater «Der Mieter» (nach Roland Topors Roman «Le Locataire chimérique»), verlor: Bienek’scher Zellenbewohner,...
Wir wissen natürlich nicht, was genau sich da in der Einkaufstüte befand, als Papst Franziskus Anfang des Jahres einen römischen Schallplattenladen verließ. Dessen Besitzer gab lediglich bekannt, er habe seinem prominenten Kunden eine Schallplatte mit Musik von Mozart geschenkt. Wir hätten freilich für den klassische Musik liebenden Heiligen Vater schon das...
PERSONALIEN, MELDUNGEN
JUBILARE
Matti Lehtinen absolvierte seine Ausbildung an der Sibelius-Akademie in Helsinki und an der Opernschule der Kungliga Operan in Stockholm. 1949 debütierte er als Papageno in Mozarts «Zauberflöte» an der Finnischen Nationaloper und wurde Ensemblemitglied. Im Jahr darauf gewann der Bariton den Internationalen Concours de Genève. 1952–55...
