Offenes Kunstwerk
Für gewöhnlich sitzt man im Theater auf seinem Platz und harrt der Dinge, die da kommen. Flanieren geht nur in der Pause. Dass es in Susanne Kennedys Version von Philip Glass’ Oper «Einstein on the Beach» am Theater Basel anders sein wird, erfährt man schon beim Einführungsvortrag: «Das ist ein Abend, den man sich selbst baut», heißt es da. Ein Fall von immersivem oder partizipativem Theater?
So ganz neu ist es nicht.
Schon bei der pausenlosen Uraufführung 1976 der Anti-Oper ohne Narrativ war es dem Publikum möglich, den Zuschauerraum zu verlassen und nach Belieben zurückzukehren. Was Kennedy und Markus Selg in ihrer ersten Opernregie als Aufführungskonzept entwickelt haben, kann man als inspirierende Weiterentwicklung begreifen. «Einstein on the Beach» mutiert zur begehbaren Installation: Publikumsraum, Bühne und Foyers sind für die Dauer der Vorstellung offen, auch das Buffet ist immer geöffnet – nur Getränke dürfen nicht auf die Bühne mitgenommen werden. Am Anfang nimmt ein Großteil des Publikums noch befangen im Theater Platz. Dann wagen sich die Ersten auf die Bühne, die Lawine rollt. Manche stehen, manche sitzen, manche pflanzen sich auf Bühnenkulissen hin, andere liegen ...
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Opernwelt 8 2022
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Alexander Dick
Wohl kein Himmelskörper wurde so häufig besungen wie dieser. Zu groß seine Faszination, zu immens seine Ausstrahlung, um nicht die Feder in die Tinte zu tauchen. Die vielleicht schönste Hommage an den Mond schrieb Joseph von Eichendorff: «Es war, als hätt der Himmel / Die Erde still geküsst, / Dass sie im Blütenschimmer / Von ihm nur träumen müsst», so lautet die...
Herr Goebbels, wie geht es Ihnen bei der Begegnung mit der eigenen Stimme?
Bei all den Stimmen, mit denen ich arbeite, habe ich meine Stimme nie eingesetzt.
Und wenn Sie sie zufällig in Radiointerviews hören?
Ist sie mir fremd. Sie bleibt mir fremd. Wir wissen, warum das so ist, weil die Resonanz des eigenen Körpers fehlt und so weiter.
Stimmen aber faszinieren...
Ein Bild, zu schön, um wahr zu sein: Auf einer Schaukel schwebt Rusalka übers Wasser. Die Schuppen ihres Nixenkleides funkeln von türkis bis smaragdfarben in allen Grüntönen, die lange Schärpe fließt glitzernd an ihrem Körper herab. Doch das Idyll hat einen Riss: Rusalka will heraus aus ihrer Nixenhaut, ihr nasskaltes Ich abstreifen und menschliche Gestalt...
