Offenbach: Hoffmanns Erzählungen
Eine Erfolgsgeschichte neigt sich ihrem Ende zu. Amélie Niermeyer ist nur noch bis zum Sommer Intendantin in Freiburg. Dann geht es Richtung Düsseldorf, wo sie ein Jahr später das Schauspielhaus übernimmt. Zuvor erfüllte sie sich erstmals den Wunsch, eine Oper zu inszenieren. Und alle Achtung, was der Debütantin da bei Jacques Offenbachs «Hoffmanns Erzählungen» im Verein mit Stefanie Seitz (Bühne) und Jan Meier (Kostüme) gelang: Professionalität, wohin man schaut, hochsolide, hochgediegen. Kein Geniestreich, aber auch keine Schnitzer.
Im Gegenteil, so sehr man sich auch an der Wartesaal-Metapher der Rahmenerzählung leidsehen mag – es ist eine Werkdeutung mit einigen überraschenden Eigenheiten. Die originellste: Hoffmann und sein Widersacher Lindorf sind anfangs parallel geschaltet – Rücken an Rücken, identische Bewegungen. Beide sind Teile ein und derselben Person. Lindorf ist Hoffmanns Mephisto, sein Mr. Hyde, das (Selbst-)Zerstörerische an ihm.
Ein apartes szenisches Bonmot: Der Physiker Spalanzani ist flugs zum Dr. med. mutiert und betreibt offenbar eine bestens ausgelastete Klinik für plastische Chirurgie – volles Haus in der dreistöckigen Spitalgalerie. Inhaltlich ...
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