Ode an die Musik

Händels «Alexander’s Feast» entpuppt sich in der Interpretation durch das Zefiro Baroque Orchestra unter Alfredo Bernardini als Meisterwerk

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Oper oder Oratorium? Das ist hier, da ein biblischer Hintergrund fehlt, nicht die Frage. Bei dem Werk, das am 19. Februar 1736 vor illustrem Publikum im Covent Garden Theatre zu London aus der Taufe gehoben wurde, handelt es sich entschieden um eine Ode. Schon die Vorlage, John Drydens «Alexander’s Feast; or the Power of Musick», war, wenngleich nur in barock geschwungenen Worten, eine solche gewesen. Und Georg Friedrich Händel nicht der Mann, der grundsätzlich an solchen gattungstechnischen Gegebenheiten rütteln wollte.

Ihm stand der Sinn nach Erfolg, schließlich musste er als freier Unternehmer die Kassen füllen mit seiner Kunst. Also hatte sich Händel, als die Oper nicht mehr auf den nötigen Zuschauerzuspruch rechnen konnte, dem Genre des Oratoriums (oder, wie im vorliegenden Fall, der Ode) zugewandt. «Alexander’s Feast or The Power of Musick» war nach «Esther», «Deborah» und «Athalia» bereits das vierte Werk, das zur Aufführung gelangte und auf breite Zustimmung stieß: Fast 20 Jahre lang hielt sich die Ode im Spielplan. Eine erstaunliche Dauer für damalige Zeiten.

Drydens Ode verknüpft die Geschichte Alexanders des Großen und seiner Hetäre Thaïs mit der Legende des antiken ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Medien, Seite 36
von Jürgen Otten

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