O Mensch! Gib acht!

Mal Radau, mal Zimmerlautstärke, mal Rausch: Hamburg bringt «Monster’s Paradise» von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek sowie Christoph Marthalers «Die Unruhenden» zur Uraufführung, Berlin hebt Matthias Pintschers Oper «Das kalte Herz» aus der Taufe

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Shakespeares Dänenprinz lag nicht falsch mit seiner Einschätzung: Die Welt ist tatsächlich aus den Fugen. Daran können auch die beiden Vampirinnen mit den niedlichen Namen Vampi und Bampi wenig ändern. Das Problem, vor dem sie stehen, nennt sich Entropie, jenes irreduzible Maß für die Unkenntnis der Zustände und die Idiotie aller einzelnen Teilchen.

Da sitzen sie also nun, ganz in existenzialistisches Schwarz gewandet, an einem von vier quietschbunt-vergnügten Chear -leaderinnen auf die Passerelle getragenen Tisch, die Schauspielerinnen Sylvie Rohrer und Ruth Rosenfeld, und beratschlagen, wie sie die Unordnung der Welt bereinigen könnten. Doch die Widerstände auf dem Planeten, der vor dem Untergang steht und sowohl den politischen als auch den Wärmetod stirbt und zunehmend von Zombies bewohnt wird, sind einfach zu immens.

Zum Glück gibt es ja die Kunst, um dem Widerstand Wort und Klang zu leihen. Und immerhin ist uns hier in Hamburg, an der auftraggebenden Staatsoper, mit «Monster’s Paradise» von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek eine «Grand Guignol Opera» in fünf Bildern versprochen worden, eine «aberwitzige Satire zum Stand der Gegenwart», mit «Riesenmonstern und ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten

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