Nymphe im Nobelhotel
Nicholas Kok spielt mit dem Philharmonischen Orchester Hagen einen ganzen Abend lang französische Barocktänze. Denn auf fast jede Szene in Jean-Philippe Rameaus satirischer Oper «Platée» über die Ambitionen der hässlichen Sumpfnymphe Platée, den Göttervater Jupiter heiraten zu wollen, folgt ein ausgedehnter Ballettreigen. Das funktioniert in Hagen stilgerecht, ohne Vibrato, mit schönen Verzierungen, klugen Tempoabstufungen und transparentem Klang.
«On danse» heißt es im Libretto an diesen Stellen ganz lapidar.
Choreograph Giovanni De Domenico hat mit der Hagener Ballett Kompagnie zur historisch informiert aufgeführten Musik aber keine originalen Barocktänze einstudiert, sondern zeigt in einer weiten stilistischen Bandbreite klassisches Ballett, Modern Dance, Musical, Break Dance bis hin zum Voguing. Alles so passgenau auf die Musik und die Szene, dass der Gegensatz barock und zeitgenössisch gar nicht mehr auffällt.
Das Stück trägt den Untertitel «Ballet Bouffon», was für den Choreographen wohl Anlass und Legitimation war, fast ein durchgehendes Handlungsballett daraus zu machen. Besagtes Voguing, ein New Yorker Tanzstil, bei dem Modelposen aus den Modezeitschriften rhythmisiert ...
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Opernwelt März 2026
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Richard Lorber
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