Empfindsame Seelen
Melancholie, mon amour! So flüstert man ins Dunkel, wenn das Solo-Violoncello zu Beginn der «Elegie» seinen traurigen Gesang anstimmt, so als sei es die Verkörperung eines großen (schönen?) Schmerzes in einer kleinen, verwundeten Seele, und wenn danach Hélène Guilmette in eine der fiktiven Frauenfiguren Massenets hineinschlüpft und die tristen Verse von Louis Gallet in zauberisch glimmende, im Diskant portweinschwere Töne fasst, die von der Erinnerung an den «süßen Frühling von einst» erzählen, der auf ewig entschwunden ist, vom fröhlichen Gezwitscher der Vögel in den Baumw
ipfeln, das man nicht mehr hört, und von der Geliebten, die für immer fortgegangen ist. Melancholie, mon amour!
Auch die Fortsetzung des gleichermaßen ambitionierten wie verdienstvollen Projekts des Palazzetto Bru Zane, sämtliche Orchesterlieder von Jules Massenet dem Vergessen zu entreißen, fördert wieder etliche, bislang unbekannte Perlen aus dem (umfang)reichen Portfolio dieses nach wie vor von vielen unterschätzten Komponisten zutage. Allein der melodische Einfallsreichtum ist eklatant; was Johannes Brahms dereinst über die Kantilenen von Dvořák verlautbarte, hätte er – bei Kenntnis der Werke Massenets – ...
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Opernwelt März 2026
Rubrik: Medien, Seite 37
von Virginie Germstein
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Kurz nach der Premiere wurde sein Vertrag bis 2031 verlängert. Salzburg braucht Rolando Villazón wie die Mozartkugel – finden jedenfalls die Verantwortlichen in der Stiftung Mozarteum. Seit 2021 ist der Tenor Künstlerischer Leiter der Institution und schon seit 2019 Chef der Mozartwoche. Das Publikum liegt Villazón zu Füßen, der auf seine Weise durch die Termine an...
