Nur Mut!

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Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der starb, als in Berlin gerade die Cholera ausgebrochen war, hat darauf hingewiesen, dass wir erst mit dem Ende erkennen können, wann und wie etwas begonnen hat. Der österreichische Philosoph Konrad Paul Liessmann sieht darin auch heute eine sinnfällige geschichtsphilosophische Feststellung: «Denn sie zeigt, dass die Einschätzung der Lage und, davon abhängig, die Frage, was zu tun sei, selbst in hohem Maße Spekulation sind. Wann ist eine Krise eine Krise?»

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat das Kunstleben abrupt zum Erliegen gebracht.

Auch im Theater an der Wien musste aus Vorsorge die Saison vorzeitig beendet und das Haus am 16. März 2020 geschlossen werden statt die von Christoph Waltz inszenierte «Fidelio»-Premiere zu zeigen. Das Bedürfnis nach Musiktheater fiel der Krise zum Opfer. Die «Krise» – etymologisch verwandt mit der «Kritik», der wir im Theater ständig ausgesetzt sind und die wir konstruktiv berücksichtigen oder ebenso ignorieren können – zwingt uns hingegen zum aktiven Handeln, denn sonst folgt schlimmstenfalls die Katastrophe.

Kunst ist elementarer Bestandteil des menschlichen Lebens. Nikolaus Harnoncourt hat immer wieder darauf ...

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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Thema, Seite 41
von Roland Geyer

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Wagemut nach dem Fall

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Nicht mehr zeitgemäß

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Auf Diät

Eckhard Henscheid ätzt in «Dummdeutsch», die andauernde Verwendung der Vokabel irgendwie sei «irgendwie eine spezifische geistige Schrumpfleistung der Post-No-Future-Generation». In diesen unseren Krisenzeiten scheint sie indes allgegenwärtig. Und wenn ein prominenter Theaterleiter äußert, man müsse irgendwie über die nächsten Monate und vielleicht Jahre kommen,...