Auf Diät
Eckhard Henscheid ätzt in «Dummdeutsch», die andauernde Verwendung der Vokabel irgendwie sei «irgendwie eine spezifische geistige Schrumpfleistung der Post-No-Future-Generation». In diesen unseren Krisenzeiten scheint sie indes allgegenwärtig. Und wenn ein prominenter Theaterleiter äußert, man müsse irgendwie über die nächsten Monate und vielleicht Jahre kommen, wird Häme zu Ungemach, ja Tragik.
Denn es ist eben nicht vom Irgendwie des Nicht-festgelegt-werden-Wollens die Rede, sondern bezieht sich konkret auf Einschränkungen im Rahmen der Pandemie, die etwa gemeinsames Spielen und Musizieren hemmen.
Wenngleich einige dieser Restriktionen zur Zeit, da dies geschrieben wird, ein wenig gelockert wurden, bleibt doch die Tatsache, dass beispielsweise Aufführungen von Opern mit umfangreichem Klangkörper angesichts der engen Verhältnisse in den meisten Orchestergräben für viele Theater unmöglich sind. Weswegen der Kammeroper in Hinkunft noch mehr Aufmerksamkeit gelten dürfte. Ohnehin erfreut sich dieses Genre aufgrund seiner Flexibilität und Offenheit großer Beliebtheit etwa in der zeitgenössischen Komponistenszene.
«Leichtfassungen» gewichtiger Werke gibt es seit vielen Jahren; schon ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Gerhard Persché
Frau Bartha, haben Sie sich als angehende Sängerin für Gesangswettbewerbe interessiert?
Als ich in Italien studierte, in den frühen 1970er-Jahren, habe ich das ein paarmal ausprobiert. In zwei Fällen lief es sehr gut, in anderen schlecht. Ich habe dann schnell wieder damit aufgehört. Dieses Schaulaufen war nichts für mich.
Trotzdem: Waren diese Erfahrungen nützlich...
Eine Woche Vorlauf brauche er. Doch dann habe er «17 Varianten von zur Verfügung stehenden Produktionen». Sprach der Chef Anfang April, als das Gärtnerplatztheater noch im Zwangsschlaf darniederlag. Ganz so viel sind es nicht geworden, aber 70 Termine vor anfangs 50, dann 100, schließlich 200 Zuhörern, damit kann Josef E. Köpplinger sich und seinem Team auf die...
Nachdem der fragwürdige Staatsrechtler Carl Schmitt im Alter seiner Paranoia verfallen war, äußerte er zu einem Bekannten, er müsse seinen berühmten Satz «Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet», den er nach dem Ersten Weltkrieg geschrieben habe, korrigieren. Nun sage er stattdessen: «Souverän ist, wer über die Wellen des Raumes verfügt.»
Das klingt...
