Auf Diät
Eckhard Henscheid ätzt in «Dummdeutsch», die andauernde Verwendung der Vokabel irgendwie sei «irgendwie eine spezifische geistige Schrumpfleistung der Post-No-Future-Generation». In diesen unseren Krisenzeiten scheint sie indes allgegenwärtig. Und wenn ein prominenter Theaterleiter äußert, man müsse irgendwie über die nächsten Monate und vielleicht Jahre kommen, wird Häme zu Ungemach, ja Tragik.
Denn es ist eben nicht vom Irgendwie des Nicht-festgelegt-werden-Wollens die Rede, sondern bezieht sich konkret auf Einschränkungen im Rahmen der Pandemie, die etwa gemeinsames Spielen und Musizieren hemmen.
Wenngleich einige dieser Restriktionen zur Zeit, da dies geschrieben wird, ein wenig gelockert wurden, bleibt doch die Tatsache, dass beispielsweise Aufführungen von Opern mit umfangreichem Klangkörper angesichts der engen Verhältnisse in den meisten Orchestergräben für viele Theater unmöglich sind. Weswegen der Kammeroper in Hinkunft noch mehr Aufmerksamkeit gelten dürfte. Ohnehin erfreut sich dieses Genre aufgrund seiner Flexibilität und Offenheit großer Beliebtheit etwa in der zeitgenössischen Komponistenszene.
«Leichtfassungen» gewichtiger Werke gibt es seit vielen Jahren; schon ...
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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Gerhard Persché
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