Nicht mehr zeitgemäß

Das auf Provisionen beruhende Geschäftsmodell von Künstleragenturen ist im Corona-Shutdown zusammengebrochen. Fieberhaft wird an alternativen Szenarien gearbeitet

Man habe «pausenlos zu tun», sagt Elisabeth Ehlers vom Münchner Künstlersekretariat am Gasteig, «richtig viel Arbeit». In Agenturen herrscht derzeit Hochbetrieb: Konzerte werden auf kommende Spielzeiten verlegt, Programme den neuen Spielbedingungen angepasst, Verträge für abgesagte Veranstaltungen abgewickelt, neue für kurzfristig wieder angesetzte abgeschlossen. Planungssicherheit auf dem internationalen Musikmarkt gibt es nicht, die Regelungen der einzelnen Länder, oft genug auch der einzelnen Regionen für Einreisen wie für Konzerte ändern sich ständig.

Dabei befinden sich die acht Mitarbeiter des Künstlersekretariats derzeit in Kurzarbeit. Das Kurzarbeitergeld ist durchaus ein Segen für die deutschen Agenturen, erspart es doch bislang Entlassungen oder gar Schließungen in größerem Stil, wie sie etwa in Großbritannien bereits grassieren. Außerdem bilden größere Agenturen in der Regel Rücklagen, die sie nun angreifen können – und müssen. «Bis zum Ende des Jahres» werde man auf diese Weise durchhalten, sagt Ehlers.

Schließlich wollen die Mitarbeiter der Agenturen weiterbezahlt sein, fällt die Miete für das Büro an und hält sich die Homepage auch nicht von selbst instand. Die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Michael Stallknecht

Weitere Beiträge
Sehnsucht nach Transzendenz

Seine wichtigste Quelle ist die Leere. Die Absenz aller Gedankenschwere. Den Kopf müsse er frei haben, um anfangen zu können. Um empfänglich zu sein für Ideen, Perspektiven, Erfahrungen, die sonst unbemerkt blieben. Für inwendige Energien von Menschen, Dingen, Werken, die sich nicht von selbst erschließen. Für die Essenz jener verborgenen existenziellen Kräfte, die...

Apropos... Wettbewerbe

Frau Bartha, haben Sie sich als angehende Sängerin für Gesangswettbewerbe interessiert?
Als ich in Italien studierte, in den frühen 1970er-Jahren, habe ich das ein paarmal ausprobiert. In zwei Fällen lief es sehr gut, in anderen schlecht. Ich habe dann schnell wieder damit aufgehört. Dieses Schaulaufen war nichts für mich.

Trotzdem: Waren diese Erfahrungen nützlich...

Zeichen und Wunder

Ganz allein sitzt er da. Einen Tisch, ein Glas Wasser, ein paar fliegende Notizen, den Laptop (sein elektronisches Archiv), eine Leinwand über dem Kopf – mehr braucht Alexander Kluge nicht, um in dem noch abgedunkelten «Elektra»-Raum ein komplettes Zentennium in Schwingung zu versetzen. Ach was, Millennien durchmisst er binnen einer guten Stunde – und die kosmische...