No Kings anymore!

Subtil und unterhaltsam: In Mainz zeigt Verena Stoiber Verdis «Falstaff» als Komödie des Big Business

Opernwelt - Logo

Womit verdient das Unternehmen «Windsor» sein Geld? Man erfährt es nicht. Wahrscheinlich ist es auch völlig egal. Sicher ist jedenfalls, dass erhebliche Summen bewegt werden: Der CEO – es ist Falstaff – residiert in einem prächtigen Büro, irgendwo droben in einem Wolkenkratzer. Vor den Fenstern grüßt die Skyline New Yorks, Vögelchen fliegen vorüber, auch mal ein Flugzeug.

Einige Stockwerke tiefer, da sind die Autos auf den Avenues schon näher, befindet sich das «Finance Departement» mit den Führungskräften Alice Ford, Meg Page und Mrs Quickly, die bei ihrem Chef schon lange nicht mehr vor Ehrfurcht in Ohnmacht fallen, sondern selbst- und karrierebewusste Gegenspielerinnen sind. Mal eben so aus der Chefetage plump angebaggert werden? Nicht mit uns.

Die Rache ist süß und ereignet sich beim gemeinsamen Freizeitprogramm: ein Konzertbesuch offenbar, bei dem – man kennt das aus den Medien – die Kiss Cam lauert. So wird CEO Falstaff zum Gespött der Allgemeinheit. Noch die Putzfrau, die tags darauf (beziehungsweise zu Beginn des dritten Akts) die Chefetage säubert, darf über ihren Arbeitgeber lachen, der kurz darauf (das Handy, auf dem sie die Nachricht gelesen hatte, verschwindet schnell ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Clemens Haustein

Weitere Beiträge
Es leuchtet meine Liebe

Ein Drama ist’s, ein gar schauerliches dazu. Und gleich in der ersten Strophe von Heines Ballade «Ritter Olaf» werden die katastrophischen Dimensionen dessen, was danach geschieht, schon in Umrissen deutlich: «Vor dem Dome stehn zwei Männer, / Tragen beide rote Röcke, / Und der Eine ist der König / Und der Henker ist der andere.» Und die dritte, möchte man...

Willkommen im Paradies

Die Schubertiade feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Seit 1976 trifft hier die Crème de la Crème des Liedgesangs und der Klavier- und Kammermusik auf ein internationales Publikum, stets verbunden mit dem Anspruch, «die Werke Franz Schuberts in einem kleinen Rahmen auf exemplarische Weise zur Aufführung zu bringen», wie ihn Festivalgründer Hermann Prey...

Spielpläne 8/26

ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung

DEUTSCHLAND

Angermünde/Gartz Uckeroper
www.uckeroper.de 
- Gounod, Faust: 1. (Gartz)

Annaberg-Buchholz Eduard-von-Winterstein-Theater
www.erzgebirgische.theater 
- Grindstoner, Elfenfeuer II: 7., 15., 22., 28. (Naturtheater Greifensteine)
-...