Debüt eines Jungspunds

Donizetti: Enrico di Borgogna am Teatro Malibran Venedig

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Die Umstände, die die Uraufführung von Donizettis «Enrico di Borgogna» begleiteten, sind womöglich spannender als das Werk selbst. Als die Oper am 14. November 1818 im venezianischen Teatro San Luca erstmals über die Bühne ging, war sie nicht nur das öffentliche Debüt eines erst einundzwanzigjährigen Komponisten, sondern zugleich Teil eines gesellschaftlichen Ereignisses: der Wiedereröffnung des Theaters nach längeren Renovierungsarbeiten. Die Premiere verlief nicht ohne Turbulenzen.

Die erste Elisa-Darstellerin, Adelina Catalani, erlitt während des Finales des ersten Akts einen Schwächeanfall; Nummern mussten gestrichen werden, erst Wochen später konnte das Werk vollständig aufgeführt werden. Solche Episoden vermitteln einen lebhaften Eindruck vom oft chaotischen Theater -betrieb der frühen italienischen Romantik, den Donizetti später in seiner Satire «Le convenienze ed inconvenienze teatrali» mit liebevoller Bosheit verewigen sollte.

Für das Teatro Malibran hat Silvia Paoli eine Inszenierung geschaffen, die genau an diesem Punkt ansetzt. Anstatt die historisch eher schematische Handlung mit pseudo-mittelalterlichem Ernst auszubreiten, richtet sie den Blick auf die ...

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Opernwelt August 2026
Rubrik: Panorama, Seite 65
von Stefano Nardelli

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