Nicht verwirren lassen!
Wenn ein Herr Knecht und ein Herr Remmele in Schwaben eine Oper schreiben, dann erwartet man nicht gerade ein weltläufiges Werk. Der Blick in Remmeles Libretto der «Aeolsharfe» verstärkt den Eindruck. Es gibt eine Melilla und eine Melitta, eine Bulline und einen Bull – der manchmal auch zärtlich «Bullchen» genannt wird. Dass diese 1808 von Justin Heinrich Knecht komponierte, vieraktige Oper nie aufgeführt wurde, liegt allerdings nicht an den merkwürdigen Namen der Protagonisten und wohl auch nicht an der lausigen Handlung.
Schuld waren eher Intrigen gegen den aus Biberach an den Stuttgarter Hof gekommenen Komponisten, die ihn nach nur achtzehnmonatiger Amtszeit wieder zurück in seine Heimatstadt brachten. Aber auch dort blieb Knechts Oper unaufgeführt.
Da musste schon Frieder Bernius kommen, um das Manuskript in Tübingen zu entdecken und für drei konzertante Aufführungen einzurichten. Der rührige Stuttgarter Dirigent ist Experte für musikalische Ausgrabungen und hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder Schätze der Musikgeschichte gehoben wie beispielsweise Johann Gottlieb Naumanns Oper «Aci et Galatea». Das von ihm 1987 unter dem Namen «Internationale Festtage Alter ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Auch in der letzten Premiere vor seinem Wechsel nach Nürnberg ist Gelsenkirchens Intendant Peter Theiler mit Giacomo Meyerbeers «L’Africaine» wieder zu einer Erkundungsreise in die Welt des französischen 19. Jahrhunderts aufgebrochen. Kaum ein anderes Werk der Opernliteratur dürfte eine längere Entstehungsgeschichte gehabt haben als die 1837 unmittelbar nach den...
Niobe will alles – Macht, Liebe, Unsterblichkeit – und fordert den Himmel heraus. Aber die Götter rächen ihre Hybris, und sie verliert alles: ihre Kinder, den Gatten Anfione, zuletzt das eigene Leben. Versteinerung ist der Preis, den sie für ihren Hochmut bezahlen muss. Maßlos wie die Gestalt der antiken Mythenfigur war auch der Schwetzinger Theaterabend, der...
Zum 100. Geburtstag von Rimsky-Korsakow überraschte das Teatro Lirico in Cagliari mit einer szenisch und musikalisch gelungenen Inszenierung des Meisterwerks «Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und der Jungfrau Fewronia». Die Koproduktion mit dem Bolschoi Theater wird im Oktober auch in Moskau gespielt. Die vorletzte Oper des Komponisten wurde in...
