Das Museum lebt!
Herr Cencic, was macht Ihnen mehr Angst – eine Infektion oder die Situation der Kulturszene?
Ich habe keine Angst vor einer Infektion. Wenn es einen erwischt, dann hat man halt Pech gehabt. Ich würde es natürlich nicht gern sehen, dass wir diese Ausnahmesituation bis September haben. Die Maßnahmen sind notwendig, ganz klar. An sich finde ich die Einschränkungen richtig. Panik entsteht nur durch ein Verhalten wie bei den Hamsterkäufern. Es ist doch völlig bescheuert, wenn die Leute die Klopapier-Regale leerkaufen.
Selbst bei einem totalen Shutdown werden wir nicht ohne Versorgung dastehen. Wir müssen das jetzt einfach durchstehen.
Mussten Sie in den vergangenen Wochen alles umplanen?
Nein. Wir tun alles, damit das Festival wie geplant stattfinden kann. Das Problem ist, dass sich in Bayern die Bestimmungen ständig ändern. Es ist also noch nicht ganz klar, wie viele Besucher wir im September tatsächlich ins Opernhaus lassen dürfen. Das ist zwar ein historisches Gebäude, aber technisch auf dem aktuellen Stand. Es gibt zum Beispiel eine neue Belüftungsanlage. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Besucher und Orchestermitglieder Masken tragen. Wir sind mit allen Ämtern in Kontakt und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Interview, Seite 50
von Markus Thiel
Die Oper hat Felix Mendelssohn Bartholdy ein Leben lang beschäftigt. Schon als Kind entwarf er Szenen, die Fragment blieben, aber einen erstaunlich sicheren Umgang mit Stilspezifika des Musiktheaters zeigen. Der Plan einer Lorelei-Oper mit Emanuel Geibel war fortgeschritten und reichte bis in die letzte Lebensmonate. Das Ziel einer großen deutschen Oper hat...
Michail Glinka war also Antisemit. Und deshalb darf die Berliner U-Bahn-Station «Mohrenstraße» nicht nach der Straße umbenannt werden, in der das Haus liegt, in dem der russische Komponist 1857 starb.
Mit Antisemitismus, Rassismus, Kolonialismus in der Operngeschichte ist es freilich eine vertrackte Sache. In Berlin hält die U-Bahn auch am «Richard-Wagner-Platz»....
Einige Kollegen haben sich mit unmöglichen Verträgen, Dienstverhältnissen und Paragrafen beschäftigt, die uns seit Jahren das Berufsleben schwer machen und nun in der Krise auf den Kopf gefallen sind. Das war ein Hauptthema in unserer Musikerfamilie und natürlich drehen sich nach wie vor viele Gespräche bis tief in die Nacht um genau diese Themen. Doch ich muss es...
