Neue Opern braucht das Land!
Zeigt mal Eure Papiere», sagt Titus Engel in der Probe. Und die Musikerinnen und Musiker der Basel Sinfonietta rascheln mit unterschiedlich großen Papierfetzen, die für die Aufführung von Isabel Mundrys «Endless Sediments» für Kammerorchester notwendig sind. Backpapier oder Schmirgelpapier? «Wir brauchen ein dezentes Knistern. So steht das in der Partitur», erklärt der Schweizer Dirigent. Seit einer Saison ist Engel Chefdirigent des selbstverwalteten, auf Neue Musik spezialisierten Orchesters.
Neben neuen Konzertformaten, interkulturellem Dialog und einer stilistischen Offenheit gegenüber Jazz, Rock und Elektronischer Musik wird mindestens ein Konzert pro Saison mit Werken von Komponistinnen bestritten. Auch Gemma Ragúes Pujols neues Werk «Trust me» für Performance-Künstlerin und Orchester probt Engel präzise und unaufgeregt. Klare Spielanweisungen statt blumiger Erklärungen. Und ein höflicher, entspannter Umgangston. Der 49-jährige Züricher freut sich über seine erste Chefposition, da er dadurch noch mehr gestalten kann als im normalen Musikbetrieb. Und der Posten des Generalmusikdirektors? «Ich bin weniger bekannt für das Kernrepertoire als für spezielle Kombinationen oder auch ...
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Opernwelt September/Oktober 2024
Rubrik: Magazin, Seite 88
von Georg Rudiger
Zwei Matronen stöckeln hier einher. Nummer eins, das ist die bewundernd liebende Mama, erst recht, wenn der Sohn Männer mag. Nummer zwei, Tante Putzebumskaja mit Osteuropa-Akzent, ist weniger tolerant, winkt aber mit dem Scheck. Dass Nummer eins vom Autor des Abends Thomas Pigor höchstselbst und fränkelnd («Frau Däschner mit hardem D») übernommen wird, setzt den...
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Luigi Pirandello galt als Revolutionär des italienischen Theaters. Stil und Stücke im 20. Jahrhundert waren geprägt von seinen Arbeiten, seinen Imaginationen – Pirandello gilt nicht umsonst als Vorreiter des absurden Theaters, ähnlich wie Jarry oder Artaud. Aber in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts werden zunehmend seine Romane und der immense Reigen von gut 250...
